Arbeitgeber Getzner: „Schweißen und Flexen ist so was von cool”

„Ich habe in wirklich sehr vielen Betrieben geschnuppert und alle möglichen Berufe und Firmen kennengelernt”, erzählt Sengül Güleser von ihrer intensiven Arbeitssuche. Letztlich führte sie die aufwendige Recherche zur Firma Getzner Textil in Bludenz.

FOTOS: TM-HECHENBERGER, FIRMA GETZNER/JENS ELLENSOHN

Sengül Güleser, Metalltechnikerin in Ausbildung, hat sich für die Suche nach der richtigen Ausbildungsstelle viel Zeit gelassen und war in vielen Betrieben in der ganzen Region schnuppern. Im Getzner-Team fühlt sie sich rundum wohl.

Mit Textilien hat die gerade 18 Jahre alt gewordene türkischstämmige Brazerin dabei nicht viel zu tun: Bei Getzner werden nämlich neben der Textiltechnik und Textilchemie auch Betriebslogistik, Elektrotechnik, Labortechnik und weitere Lehrberufe angeboten.

Sengül hat sich für die Lehre als Metalltechnikerin entschieden. „Schweißen und Flexen ist so was von cool”, zeigt sie sich begeistert und ist überzeugt, ihren Traumberuf gefunden zu haben. Insgesamt dreieinhalb Jahre dauert die Lehrzeit. Nach einer Grundausbildung, bei der verschiedene Maschinen und Fertigungsmethoden kennengelernt und geübt wurden,  werden die Lehrlinge für jeweils ein halbes Jahr in den verschiedenen Abteilungen eingesetzt. Sengül ist derzeit für die Weberei aktiv. Wenn dort ein Maschinenteil repariert oder erneuert werden muss, heißt es feilen, drehen, schweißen oder löten, bis alles sitzt. Erst kürzlich hat sie in Eigenregie ein Trittbrett zusammengeschweißt und an einer großen Maschine montiert.

„Wenn man dann durch den Betrieb geht und die ganzen Teile sieht, die man selber gemacht oder bearbeitet hat und die funktionieren – das ist schon ein gutes Gefühl”, erzählt sie. Hin und wieder hat man als Metalltechniker natürlich auch schwere Teile zu heben: „Dann hilft man sich natürlich gegenseitig”, freut sich Sengül über den guten Teamgeist unter den Lehrlingen und im ganzen Betrieb.

Damit sie aber nicht „wegen jeder Kleinigkeit um Hilfe bitten muss”, hat Sengül ihre Muskeln im Fitnessstudio trainiert. „Schwach bin ich nicht”, betont sie selbstbewusst. 

Krafttraining im Fitnesscenter

Das hat sie auch schon bei der Feuerwehr unter Beweis gestellt: In ihrem Heimatort Braz wurde sie mit 13 Jahren Mitglied der Jungfeuerwehr und ist inzwischen als Feuerwehrfrau angelobt. Und auch der Betriebsfeuerwehr Getzner ist sie – als erste Frau – beigetreten. Inzwischen leisten schon vier Frauen Dienst bei der Getzner-Wehr.

Ihre berufliche Zukunft sieht Sengül ganz klar bei Getzner. In welcher Funktion, das lässt sie noch offen. „Ich will jetzt einmal die Lehre schaffen. Vielleicht kann ich danach auch noch die Matura machen”, blickt sie hoffnungsvoll in die Zukunft: „Die Firma unterstützt Mitarbeiter, die sich weiterbilden wollen”, weiß Sengül. Und vielleicht wird sie einmal Kommandantin der Betriebsfeuerwehr?

Mehr Infos unter www.getzner.at