Günstig, flexibel, ökologisch

FOTOS: TM-HECHENBERGER, BURTSCHER TROCKENBAU

Bauland ist knapp, der Traum vom Eigenheim kaum mehr finanzierbar. Wohnraum durch den Um- und Ausbau bestehender Häuser zu schaffen, ist vergleichsweise günstig. Das beflügelt speziell den Trockenbau, wie Reinhard Burtscher bestätigt.

Reinhard Burtscher, Günter Herunter
Reinhard Burtscher gründete und leitete die Firma Burtscher Trockenbau seit 1977. 2013 übertrug er die Geschäftsführung an den Stuckateur, Trockenbaumeister und seinen langjährigen Bauleiter Günter Herunter.

Seit 42 Jahren gehört er als Gründer und langjähriger Geschäftsführer der Ludescher Firma Burtscher Trockenbau zu den Pionieren und Vorreitern des Trockenbaus in Vorarlberg. Rigips und Co sind gefragt wie kaum zuvor: Das weiß auch Günter Herunter, der seit 2002 als Bauleiter und seit mittlerweile sechs Jahren als Geschäftsführer der Firma Burtscher wirkt.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Vor allem ist es die Zeitersparnis, die man beim Errichten von Wänden im Vergleich zu anderen Systemen erzielt. Ein Ständerwerk aus Holz oder mit passenden Metallschienen zwischen Boden und Decke fixieren, dazwischen das gewünschte Dämmmaterial und die Leitungen einlegen, mit Gipsplatten verkleiden, verspachteln, malen – fertig.

Normale Ziegelwände müssen dagegen zeitaufwendig aufgemauert werden, danach werden die Leitungen eingespitzt und schließlich kommt noch ein Verputz darüber: Der Material- und Zeitaufwand ist unvergleichlich höher.

Gegenüber der massiven Bauweise im Vorteil ist man mit dem Trockenbau vor allem auch, wenn Wände später versetzt werden müssen. „Speziell in den großen Betrieben setzt man schon deswegen seit vielen Jahren auf Gips statt Ziegel und Beton”, berichtet Günter Herunter: Produktionsräume können für neue Anforderungen rasch angepasst werden, und wenn der neue Chef neue Verwaltungsstrukturen vorgibt oder neue Abteilungen bildet, dann sind auch die Bürotrakte rasch umgebaut.

Die Vorteile der Flexibilität des Trockenbaus werden auch im privaten Wohnbau genutzt. „Beim Bauen oder Umbauen sollte man auch daran denken, dass sich die Bedürfnisse ändern”, appelliert Herunter. Das für eine dreiköpfige Familie optimal konzipierte Wohnhaus  schaut anders aus, als der Wohnraum, den die Häuslebauer dann im Alter von 60 oder 70 Jahren brauchen. 

Martin Wallis richtet die Unterkonstruktion – hier aus Holz – millimetergenau aus.

Unzählige Einfamilienhäuser werden nur von zwei Personen bewohnt, könnten aber Platz für zwei oder drei Wohnungen bieten. Die steigenden Grundstücks- und Baupreise haben spürbar dazu geführt, dass bestehende Häuser besser genutzt werden: Der Ausbau des Dachbodens, ein geschickt geplanter Anbau oder eine neue Organisation der Räume – und schon ist im Haus Platz für zwei oder drei Wohnungen. „Bei solchen Umbauten sind wir die Meister”, erklärt Günter Herunter – und meint damit einerseits seine erfahrenen und gut ausgebildeten Mitarbeiter, andererseits die Trockenbauer insgesamt.

Für den Fachmann ist die exakte Verspachtelung der Gipskartonplatten auch auf der Decke kein Problem:
Einsatz im Zimbapark.

Die Burtscher-Crew ist aber auch im Neubau engagiert: Derzeit zum Beispiel in einem großen Wohnhaus in Au, wo auch viel Holzbau im Spiel ist. „Holz und Gips ergänzen sich wunderbar”, weiß Herunter um die Vorteile der Kombination dieser natürlichen Baustoffe. Gipskarton punktet auch, wenn es um die Ökobilanz und das Raumklima geht. Gips kommt in natürlicher Form vor, wird aber auch als Recyclingprodukt aus dem Betrieb von Kohlekraftwerken hergestellt. Das Material, ummantelt bzw. auch verstärkt durch Lagen von recyceltem Papier, beeinflusst das Raumklima durch natürliche Feuchtigkeitsregelung positiv.