Eldorado für Mountainbiker

Die schöne Landschaft genießen und etwas für die Gesundheit tun: Im Walgau sind mehr als hundert Kilometer Mountainbike-Wege ausgewiesen, und in den umliegenden Tälern erschließen sich weitere attraktive Ziele. Die Radsportler der Region schätzen es besonders, dass sie direkt von zuhause aus starten können. allerhand! hat nachgefragt, welche Routen sie besonders gern in Angriff nehmen.

THOMAS WALCH fährt besonders gerne über den Klamperer und den Parpfienz Sattel. Seine Lieblingsroute ist 35 Kilometer lang, 1470 Höhenmeter sind zu bewältigen.
THOMAS WALCH fährt besonders gerne über den Klamperer und den Parpfienz Sattel. Seine Lieblingsroute ist 35 Kilometer lang, 1470 Höhenmeter sind zu bewältigen.

„Ich habe mit 35 Jahren angefangen zu biken,” erklärt Thomas Walch. Mehr als zwanzig Jahre später steigt er immer noch regelmäßig aufs Rad, meistert im Jahr bis zu 50.000 Höhenmeter. „Ich bin aber ein Genuss-Radler”, ist der Maschinenbau-Ingenieur nicht auf Rekorde aus. „Ich will die Natur genießen.” Der gebürtige Innsbrucker war von Kindheit an viel in den Bergen unterwegs. „Ich bin aber eindeutig ein uphiller.” Am Radeln schätzt er besonders, dass er den Abstieg mühelos bewältigen kann.

Von seinem Zuhause in Bludenz aus hat er viele Möglichkeiten zur Auswahl. „Ich komme ja sternförmig in alle Täler.” Die Route auf den Nenzingerberg über den Klamperer Sattel, den Parpfienz Sattel und die Tschengla wieder zurück nach Nenzing zählt für Thomas Walch zu den schönsten. „Der Weg hat immer eine angenehme Steigung, ist aber nie allzu steil.” Absolutes Highlight ist für ihn aber die Aussicht. „Das Panorama wechselt drei Mal und ist immer überwältigend”, begeistert er sich jedes Mal wieder.

Er fährt zuerst auf dem Radweg nach Nenzing und von dort der Meng entlang Richtung Stelveder/Nenzinger Himmel. Kurz nach der Mautstation biegt er links auf den Güterweg ab. „Etwas später hat man einen wunderbaren Blick über den Walgau bis hin zu den Schweizer Bergen.” Am Klamperer Sattel, dem höchsten Punkt der Tour mit fast 1800 Metern, wechselt das Panorama völlig. Der Weg gibt den Blick frei auf den Nenzinger Himmel, den Roggelskopf und die Zimba. Thomas Walch macht dann gerne Rast auf der Furkla Alpe und steigt dann weiter zum Parpfienz Sattel auf.

Ein fantastischer Blick aufs Brandnertal, die Schesaplana und den Panüler ist für Thomas Walch ein verdienter Lohn für die Anstrengung, bevor er wieder Richtung Tschengla und Rona Alpe abfährt.

„Man muss für diese Route fit sein, sie ist aber von der Fahrtechnik her nicht anspruchsvoll”, ist Thomas Walch überzeugt, dass man kein Profi sein muss, um seine Lieblingsroute zu bewältigen. Etwas mutiger müsse man allerdings sein, wenn man weiter zur Parpfienz-Alpe und über die Palüdhütte nach Brand fährt. „Da geht es erst steil bergauf und nachher steil bergab.” Die Palüdhütte ist für den Bludenzer aber die Anstrengung wert: „Da ist es schön zum Sitzen und man isst gut.” Sehr gerne fährt er außerdem nach Thüringen über das Märchental Richtung Schnifis und dann auf die Äußere Alpila. „Die letzten 200 Höhenmeter dieses Geheimtipps sind allerdings ziemlich anspruchsvoll. Da muss manch einer schieben.”

ALEXANDRA PICCOLRUAZ
ALEXANDRA PICCOLRUAZ

Alexandra Piccolruaz ist schon als Jugendliche viel geradelt, seit vielen Jahren erobert sie die Berge mit dem Mountainbike. Vor einem Jahr hat sie ein E-Bike gekauft. „Das war die beste Investition, die ich je gemacht habe. Das E-Bike hat meinen Radius deutlich erweitert”, erklärt die Nüzigerin. Sie ist zwar auch oft allein unterwegs, geht aber besonders gerne gemeinsam mit ihrem Mann auf Tour. Da konnte ich dann nicht immer ganz mithalten. „Jetzt ist das kein Problem mehr”, schaltet sie nun den E-Motor zu, wenn Gefahr droht, dass der Puls allzu sehr in die Höhe schnellt.

Alexandra Piccolruaz fährt besonders gerne über das „Burtscher Sättele nach Brand und kehrt dort im Restaurant Frööd ein. „Die haben eine tolle Weinkarte. Das gehört auch dazu. ”Doch zuvor bewältigt sie circa 1140 Höhenmeter, strampelt in rund zwei Stunden reiner Fahrzeit gut 15,5 Kilometer.

ALEXANDRA PICCOLRUAZ empfiehlt die Route über das Burtscher Sättele.
ALEXANDRA PICCOLRUAZ empfiehlt die Route über das Burtscher Sättele.

Auch sie startet direkt vor der Haustür, fährt auf dem Fahrradweg nach Bürs. Im Bereich der Firma Zech Kies biegt sie auf eine Forststraße ein, die sie durch einen Buchenwald auf den hinteren Bürserberg führt. Sie folgt der ausgewiesenen Route auf die Tschengla. „Das ist landschaftlich wunderschön. Mir gefallen die alten Bauernhäuser mit schönen Gärten und Blumen an den Fenstern.”

Kurz vor dem Plateau musste sie früher das Fahrrad circa fünf Minuten lang schieben „und dann war Schluss”. Mit dem E-Bike bewältigt sie jetzt auch diese Steigung mühelos und ist bereit für weitere Herausforderungen. Auf dem Forstweg geht es am Wanderparkplatz vorbei weiter Richtung Fuchsbau. Dort kann man sich stärken. Auf dieser Strecke heißt es aufpassen. „Da sind oft Gokarts unterwegs, man sieht die verrücktesten Typen.” Wenn sie auf ihrer Tour das Treiben im Bikepark Brandnertal beobachtete, war die Nüzigerin durchaus schon in Versuchung, es diesen Verwegenen gleichzutun. Doch bis jetzt blieb es dabei, dass sie mit ihrem Bike weiter aufs Burtscher Sättele strampelte und dort die tolle Aussicht bewunderte – mit einer guten Speisekarte am Ziel.

Der Rückweg ist mit rund 13 Kilometern etwas kürzer. Denn abwärts fährt sie über den Parpfienzsattel, folgt dem Furkla-Höhenweg. „Man sollte dann den Wegweiser zum Alter Statt-Weg nicht verpassen.” Der führt sie an der Ronaalpe und am Wanderparkplatz vorbei über die Rodelbahn Richtung Bürserberg und Außerberg, über die Landstraße wieder nach Hause zurück. „Eine tolle Tour. Man ist circa einen halben Tag unterwegs und braucht kein Auto”, kann Alexandra Piccolruaz diese Strecke nur jedem empfehlen.

GÜNTER WALTER radelt gerne ins Große Walsertal.
GÜNTER WALTER radelt gerne ins Große Walsertal.

„Du lernst Gegenden kennen, wo du sonst nicht hinkommst”, begeistert sich Günter Walter „schon ewig” fürs Biken. Früher war er viel mit dem Motorrad unterwegs. Doch jetzt steigt er in seiner Freizeit meist auf das Mountainbike, dreht etwa abends nach der Arbeit noch eine kleine Runde. Auf den Ludescherberg beispielsweise. Der liegt dem Ludescher schließlich fast vor der Haustür. Doch wenn er etwas mehr Zeit hat, nimmt er gerne auch längere Touren in Angriff. Der Elektro-Techniker radelt dann etwa zum ehemaligen Schihang am Bofel hinauf und fährt über die Alte Raggalerstraße nach Raggal. Bei der Abzweigung an der Lutz in Garsella wendet er sich in Richtung Großes Walsertal. Auf einem Forstweg entlang des rechten Lutzufers (in Fahrtrichtung gesehen) fährt er anschließend nach Buchboden und nimmt den steilen Aufstieg zur Alpe Klesenza.

„An der Lutz ist es sehr schön, da geht es immer ein bisschen auf und ab durch einen Auwald”, berichtet Günter Walter. „Beim Aufstieg zur Alpe sollte es allerdings nicht zu heiß sein”, empfiehlt er allen Biker-Kollegen, diese Tour im Sommer früh morgens zu starten. Er macht auf Klesenza gerne Pause – die Alpe ist bewirtschaftet -, bevor er die nächste Etappe – den Garmil Sattel – in Angriff nimmt. Auf dieser Strecke muss er das Fahrrad circa dreißig Minuten lang schieben. Diese Anstrengung wird aber wieder mit einer tollen Aussicht auf die Rote Wand belohnt.

Danach geht es fast nur noch abwärts. Erst zur Alpe Laguz, wo man sich wieder stärken kann, und durch den Fuchswald nach Marul. Von der Maruler Brücke nach Raggal muss man ein letztes Mal bergauf in die Pedale treten. Günter Walter: „Das kann zäh werden, wenn man zuvor zu lange verhockt ist.” Er ist sich sicher: „Ein Profi fährt die Runde in vier Stunden”, nimmt es selbst aber lieber gemütlicher und sich auch mal einen ganzen Tag dafür Zeit.


Die Regio Im Walgau hat erst kürzlich die regionale Mountainbikekarte aktualisiert und neu aufgelegt. Darin sind über hundert Kilometer beschilderte Mountainbike-Wege eingezeichnet und mehrere attraktive Routen genau beschrieben. 

Die Karte ist in den Gemeindeämtern der Walgau-Gemeinden sowie im Dreiklang-Büro in Düns und in der Regio-Geschäftsstelle im Wolfhaus in Nenzing kostenfrei erhältlich. Unter www.imwalgau.at steht sie zum Download zur Verfügung.

 

MIKE ZECH, Fitpark Nenzing
MIKE ZECH, Fitpark Nenzing

Morgendliches Training

Mit diesen Übungen kann man schon vor dem Frühstück einiges für die Fitness tun:

Sit-ups können Sie sofort nach dem Aufwachen in Angriff nehmen.
Aus der liegenden Position kommen Sie mit angewinkelten Beinen mit dem Oberkörper hoch. Dabei befinden sich Ihre Hände an den Schläfen, nur am Ende strecken Sie die Arme aus und versuchen, die Fußspitzen zu berühren. 10 – 20 Wiederholungen.

Trainieren Sie in der Dusche die Brustmuskulatur!
Legen Sie die Hände etwas breiter als schulterbreit nebeneinander vor dem Körper auf Höhe der Brust an die Wand. Nun lassen Sie sich langsam zur Wand kippen. Halten Sie dabei Ihre Körperspannung und hängen Sie nicht durch. Spannen Sie Ihre Muskeln am tiefsten Punkt an und drücken Sie sich langsam von der Wand weg. Die Arme werden mit etwas Abstand am Körper vorbeigeführt. Die Ellenbogen zeigen schräg nach außen.

Zähne putzen und gleichzeitig die Wadenmuskulatur stärken.
Stellen Sie sich gerade vor das Waschbecken und spannen Sie alle Beinmuskeln an. Gehen Sie dann langsam und bewusst auf die Zehenspitzen. Einige Sekunden halten, bevor Sie den Fuß langsam wieder abrollen. Kurz vor dem Boden 5 Sekunden halten, danach wieder auf die Zehenspitzen. 20 Wiederholungen

Oberschenkel und Gesäßmuskulatur trainieren:
Stellen Sie sich mit dem Rücken an den Türrahmen und rutschen Sie so weit daran herunter, bis die Oberschenkel parallel zum Boden stehen. Spannen Sie jetzt die Bauch- und Po-Muskulatur so fest an, wie Sie können. Position 20 sec. halten.


Fotos: TM-Hechenberger, Privat