„Wer keine Verantwortung für seine Gesundheit übernimmt, macht sich ohnmächtig.”

Dr. Udo Ingrisch ist in Wien und Salzburg aufgewachsen. Er hat in Wien und Innsbruck Medizin studiert. Das Ländle hat er während seiner Laufbahn in der Basketball-Bundesliga kennengelernt. Weil er Großstädte nicht so mag, hat er den Turnus am Krankenhaus in Bludenz absolviert. Nach Abschluss der Ausbildung zum Allgemeinmediziner arbeitete er ein Jahr lang als hauptamtlicher Notarzt. Der Liebe wegen ist Dr. Ingrisch in Thüringerberg gelandet, wo er seit 1994 als Wahlarzt ordiniert.

Menschen aus dem ganzen Land pilgern mit ihren Beschwerden zu Dr. Rudolf Ingrisch nach Thüringerberg. Er ist dafür bekannt, dass ihm neben seinem schulmedizinischen Fachwissen unzählige andere Methoden und Techniken zur Verfügung stehen. Bei seiner täglichen Arbeit geht es ihm darum, das Übel an der Wurzel zu packen, die Ursachen von Beschwerden zu ergründen. Von seinen Patienten fordert der Arzt ein, dass sie auch selbst Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen. Im Rahmen von Seminaren und Vorträgen gibt er – demnächst auch in Bludenz – konkrete Tipps, was jeder Einzelne beitragen kann, damit er sich rundum gesund fühlt und das Leben in vollen Zügen genießen kann.

FOTOS: PRIVAT/DR. WOLFGANG ZÖCH

„Ich habe eine große Werkzeugkiste, aus der ich das heraushole, von dem ich mir den größten Erfolg verspreche”, erklärt Dr. Udo Ingrisch seine Arbeitsweise. Parallel zum klassischen Medizinstudium in Wien und Innsbruck hat er sich mit Manueller Medizin und der Regeneration nach Dr. F. X. Mayr befasst und seither mit dem Lernen nie aufgehört. Die Liste seiner Zusatzausbildungen ist lang und reicht von CranioSacralOsteopathie über Ernährungsmedizin, Akupunktur, Hypnose, NLP bis hin zur Kung-Fu-Ausbildung mit spezieller Atemtechnik bei Großmeister Chu Tan Cuong. Sogar eine Lehrtätigkeit als Dozent am Deutschen Institut für Pferdeosteopathie kann der Humanmediziner vorweisen. Aus dieser „Werkzeugkiste” möchte Dr. Ingrisch den Menschen konkrete Hilfsmittel weiterreichen, die gut funktionieren.

Er selbst ist ohne Medikamente aufgewachsen und hat bereits als Sechsjähriger miterlebt, wie seine Eltern eine Kur nach F. X. Mayr absolvierten. Dies hat ihn geprägt. Als Jugendlicher wollte er sich zum Chiropraktiker ausbilden lassen, hat sich dann aber doch zu einem Medizin-Studium entschlossen – und ist heute froh darüber. 

„Pferde sind faszinierende Tiere. Bei ihrer Behandlung spüre ich die Auswirkungen ganz unmittelbar.”

„Basis meiner Behandlungen ist die Schulmedizin”, stellt Dr. Ingrisch klar, „wir sollten uns aber jede Unterstützung holen, damit wir uns außen und innen bestmöglich weiterent­wick­eln.” Weil er sich als Erwachsener für den Reitsport begeisterte, ist der Humanmediziner sogar bei der Pferdeosteopathie gelandet – und hat dabei viel über die Behandlung von Menschen gelernt. „Ein Pferd lässt dich bei Berührung direkt spüren, was ihm fehlt, während Menschen oft nicht so gut reden können.” An den Tieren konnte er die Auswirkungen seiner Behandlung mit den Händen oft viel direkter erleben. 

Dr. Ingrisch nimmt sich genügend Zeit, um den Ursachen von Beschwerden wirklich auf den Grund zu gehen. Wenn etwa ein Patient über Rückenschmerzen klagt, sind für ihn nur in den seltensten Fällen Schmerztabletten angebracht. Stattdessen forscht er nach. So kann etwa eine falsche Schlafposition oder eine schlechte Haltung bei der Arbeit am Computer dazu führen, dass ein Muskel überlastet ist. Dann können Turnübungen oder spezielle Atemtechniken Abhilfe schaffen.  Aber auch Magenprobleme oder seelische Anspannungen können sich im Rücken manifestieren. 

Viel lächeln – auch nach innen!

„In unserer sich schnell verändernden Welt, die uns ständig Flexibilität abverlangt und wechselnde Herausforderungen bereithält, ist es nicht immer leicht, gesund zu reagieren.” – Dr. Ingrisch fordert seine Mitmenschen deshalb dazu auf, an die Gesundheit zu glauben und auch selbst etwas dafür zu tun. Weil psychische Belastungen und negative Gedanken sich unmittelbar auf den Organismus auswirken, lautet seine erste Maßnahme: „Viel lächeln – auch nach innen sich selbst zulächeln!” 

Wer ständig im Getriebe steckt, sollte bewusst Pausen machen. „Einatmen – innehalten – ausatmen – das ist die kürzeste Form der Meditation”, empfiehlt Dr. Ingrisch. Nur wenn man sich auf das Wesentliche besinnt, findet man in stressigen Situationen wieder zu sich zurück und kann sinnvoll handeln. Das wirkt sich unmittelbar auf den gesamten Organismus aus.

Aber auch im ganz normalen Alltag kann jeder Einzelne viel dazu beitragen, dass er gesund bleibt. Er muss dazu nicht gleich sein ganzes Leben umkrempeln. Die Ernährung spielt da eine wichtige Rolle. „Wenn dem Boden Selen oder Magnesium fehlt, wird das Gemüse nicht gut wachsen. So ähnlich ist es auch bei uns”, verdeutlicht Dr. Ingrisch. „Im modernen Alltag haben wir ständig einen Mangel oder von manch Gutem zu viel. Wir können lange Zeit etwas aushalten, ohne dass uns der Körper die rote Karte zeigt”, ruft Dr. Ingrisch dazu auf, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Auch wenn die Vorsorgeuntersuchung ergibt, dass etwa der Eiweiß-Wert im Normbereich liegt, müsse dies noch lange nicht bedeuten, dass sich der Mensch im optimalen Kraftzustand befinde. Genau das ist aber Dr. Ingrischs Ziel. 

Ein Hauptproblem in Sachen Ernährung sieht der Arzt in der Tatsache, dass sich viele Menschen zum Essen einfach zu wenig Zeit nehmen. „Ablenkung ist nicht prinzipiell schlecht”, erklärt er in Zeiten von „Multitasking”, „aber nur, wenn ich mich darauf fokussiere, was ich wirklich will.” Er empfiehlt deshalb, vor dem Essen ein, zwei Mal kurz durchzuatmen, damit der Körper ein Maximum aus der Nahrung herausholen kann. Die meisten Menschen sollten außerdem ihren Zuckerkonsum reduzieren, langsamer essen und bei der Zubereitung der Speisen darauf achten, dass sie nicht nur gut schmecken, sondern auch vitalstoffreich sind. Wenig überraschend, dass Dr. Ingrisch vor dem Verzehr von zu viel Convenience-Food warnt. Fertigmahlzeiten weisen oft einen zu hohen Anteil an Kohlehydraten auf, sodass der Stoffwechsel kippen und es zu einer Übersäuerung kommen kann. Von diversen Ernährungstrends hält der Mediziner wenig. „Dass es die eine Ernährungsweise für alle gibt, ist eine Lüge.”

Genügend Wasser trinken ist ein weiterer Tipp, der leicht umzusetzen ist, und selbstverständlich gehört auch Bewegung zu einem gesunden Lebensstil. „Aber Fanatismus ist nicht gesund”, warnt Dr. Ingrisch vor allzu viel sportlichem Ehrgeiz.

Er wünscht sich, dass jeder Einzelne wieder besser auf sich schaut. „Denn wer keine Verantwortung für seine Gesundheit übernimmt, macht sich ohnmächtig.”

Am 6. März hält Dr. Ingrisch einen Impuls-Vortrag im Val Blu in Bludenz. Am 7. und 8. März steht dort außerdem ein Zwei-Tages-Seminar mit dem Titel: „Spielerische Leichtigkeit: Entdecke deinen eigenen Stil” auf dem Programm. Interessierte finden weitere Informationen unter www.dr-ingrisch.at.