Sonja Martin: Designer-Schmuck aus Frastanz

Mit guten Design-Ideen, handwerklichem Geschick und viel Gespür für ihre Kunden behauptet sich Sonja Martin-Schmidle in einem schwierigen Metier: Sie ist Goldschmiedin.

FOTOS: CORNELIA HEFEL, TM-HECHENBERGER

Ich denke, ich sehe einfach, was einer Frau steht, was ihre Persönlichkeit besonders unterstreicht.” Sonja Martin-Schmidle entwirft nur Schmuckstücke, die sie selbst auch gerne trägt. Doch weil sie dabei auf eine klare Formensprache setzt und mit verschiedensten Materialien spielt, begeistern sich Frauen mit ganz unterschiedlichem Kleiderstil für ihre Armbänder, Colliers, Ringe und ihren Ohrschmuck. Zurzeit experimentiert Sonja Martin mit eigenwilligen Oberflächenstrukturen. „Da geht es oft recht brachial zur Sache”, lacht die Goldschmiedemeisterin. „Da wird gesägt, gefräst und gefeilt, aber immer mit Gefühl.” Schmuckstücke mit extra grober Oberfläche kombiniert sie dann besonders gerne mit blank Poliertem. „Dieser Kontrast hat einen besonderen Reiz.”

Natürlich gibt es auch beim Schmuck gewisse Trends. „Momentan sind wieder eher zarte Stücke und fließende Formen gefragt, während es eine Zeit lang nur groß und eckig sein durfte.” Die aktuelle Mode hat selbstverständlich Einfluss auf ihre Entwürfe, doch in ihrer Linie bleibt sich die Designerin treu. Beste handwerkliche Verarbeitung ist Ehrensache.

Mit dem Vater nach Edelsteinen gesucht

Die gebürtige Salzburgerin ist mit Edelsteinen aufgewachsen, hat schon als Kind an der Hand des Vaters nach Amethysten, Rauchquarzen und Smaragden gesucht. Im Habachtal in den Hohen Tauern sollen schließlich schon die Römer nach funkelnden Steinen geschürft haben. Im 19. Jahrhundert betrieb dort eine englische Gesellschaft ein Smaragd-Bergwerk, in dem immerhin 30 Knappen die Gesteinsschichten durchforsteten. Habachtaler Smaragde sind sogar in den englischen Kronjuwelen verarbeitet. Dieses Bergwerk ist heute im Besitz von Alois und Andreas Steiner – Sonja Martin-Schmidles Vater und Bruder. „Mein Vater sagt immer: Die Steine kommen zu dir, nicht du zu den Steinen”, lacht die Schmuckdesignerin. „Man braucht ein Näschen dafür und viel Geduld.” Es war immer ihr Wunsch, mit diesen funkelnden Steinen zu arbeiten.

Das Goldschmiede-Handwerk hat sie deshalb von der Pike auf gelernt, hat die Fachschule für Gold- und Silberschmiede in Ferlach absolviert und ist dann nach Wien gezogen, um dort die Meisterprüfung zu absolvieren.

Besondere Einzelstücke, die genau den Vorstellungen der künftigen Trägerin entsprechen, fertigt sie besonders gerne. „Da haben wir schon viele Ideen umgesetzt”, berichtet die Designerin. Manch ein „Silberpärchen”  hat bei ihr etwa nach 25jähiger Ehe neue Ringe in Auftrag gegeben, manch einer die geerbten Brillanten neu schleifen und in ein trendigeres Schmuckstück umarbeiten lassen. Brautleute sprechen in letzter Zeit immer wieder einmal vor, um das für die Hochzeit eigens kreierte Logo in ein schönes Schmuckstück einarbeiten zu lassen.

Schmuckstücke aus Edelstahl, Leder und anderen Werkstoffen

Schon sehr früh hat sich die Goldschmiedin auch mit anderen Werkstoffen auseinandergesetzt. „Edelstahl ist günstiger und leichter als Gold”, erklärt sie. „Man kann auch große Schmuckstücke daraus fertigen, die sonst zu teuer und viel zu schwer wären.” Die Rohlinge für ihren Edelstahl-Schmuck lässt sie nach ihren Entwürfen von einem Handwerksbetrieb in der Nähe fertigen. Im Atelier in Frastanz werden sie geschliffen und endverarbeitet. Ist eine wärmere Gesamt-Optik gewünscht, lässt sie die Edelstahl-Teile mit einer beständigen Schicht aus Gelb-, Rosé- oder Gelb-Gold überziehen. Mit dem Griff zu künstlich hergestellten Zirkonia-Steinen hat sich ihre funkelnde Farbpalette zudem um viele Nuancen erweitert. Aber auch Lavagestein, Lederbänder oder unterschiedlichste Perlen verarbeitet Sonja Martin-Schmidle – unterstützt von zwei Mitarbeiterinnen – in der Werkstatt in Frastanz.

Frauen in ganz Europa tragen Frastanzer Schmuck

Die umfangreiche Edelstahl-Kollektion – es gibt wohl zu jedem Outfit das passende Stück – wird in erster Linie über Juweliere in ganz Europa verkauft. „Es ist natürlich schwierig, sich als kleine Firma gegen die großen Labels durchzusetzen.” Sonja Martin-Schmidle freut sich deshalb umso mehr, dass viele Menschen in der Region ihre Entwürfe zu schätzen wissen, dass sieAtelier Sonja Martin in den mehr als zwanzig Jahren viele Stammkunden gewonnen hat.

Wer sich von der Designerin persönlich beraten lassen möchte, ein Einzelstück anfertigen oder Omas Halskette umarbeiten lassen möchte, ist jeweils am Freitag von 9 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr beziehungsweise nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung im Atelier in der Frastanzer Bahnhofstraße herzlich willkommen. Am 1. und 2. Dezember lädt Sonja Martin-Schmidle zudem zu Tagen des Offenen Ateliers – jeweils von 10 bis 18 Uhr sind Besucher herzlich willkommen.