Ein großer Schritt für Frastanz

Der Saminapark in Frastanz ist ein Vorzeigeprojekt in Sachen Ortsplanung, ein sehr gutes Beispiel für die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Investoren. Er zeigt außerdem auf, welche Dynamik ein Bürgerbeteiligungsprojekt entwickeln kann. Am Samstag, 7. September laden Raiffeisenbank und E-Werke Frastanz zum Eröffnungsfest. Nachdem der Saminapark auch ein ökologischer Vorzeigebau und die Parkplatzsituation beengt ist, wird um Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gebeten. Bus und Bahn fahren an diesem Tag gratis zum Saminapark.

FOTOS: TM-HECHENBERGER, PRIVAT

Die einwohnerstärkste Gemeinde des Walgaus steht vor einer fundamentalen Veränderung: Der neu errichtete „Saminapark” mit Geschäften, Wohnungen, Hotel und Polizeiinspektion im Zentrum von Frastanz wird am 7. September eröffnet – und damit das Leben im Ortszentrum verändern. Der Startschuss fiel im Juli 2011: Der damalige Bürgermeister Mag. Eugen Gabriel hatte alle Bürger eingeladen, sich aktiv durch das Ausfüllen von Fragebögen, in Workshops und öffentlichen Veranstaltungen an der künftigen Entwicklung von Frastanz zu beteiligen – Ideen, Wünsche, Kritik und Fachwissen einzubringen. 

Bei unzähligen Workshops und Diskussionsrunden unter Beteiligung vieler Frastanzer wurden Grundlagen für die Zukunftsplanung von Frastanz erarbeitet und damit wurde letztlich der Grundstein für den Saminapark gelegt.

Wie soll Frastanz in 30 Jahren aussehen?

Diese Frage wurde allen Frastanzern gestellt. Und schon bei der ersten Arbeitssitzung Anfang Juli 2011 wurde klar, dass viele Frastanzer vor allem im Ortskern noch Entwicklungspotenzial sahen. Das Thema „Zentrumsgestaltung und Außenraumgestaltung” wurde damit zum topgesetzten unter insgesamt zehn definierten Handlungsfeldern. 
In diesen Prozess brachten sich auch Frastanzer Architekten ein, die gemeinsam und unter Berücksichtigung der Zukunftswünsche der Bevölkerung einen Masterplan für das Frastanzer Zentrum entwickelten. Dieser wurde im März 2016 öffentlich vorgestellt, diskutiert und dann auch von der Gemeindevertretung als Richtlinie für künftige Bebauungen im Zentrum beschlossen.

Schon einige Zeit vorher hatten sich die E-Werke Frastanz und die Raiba Frastanz grundsätzlich darauf verständigt, dass sie ihre bis dato hauptsächlich für Parkplätze genutzten Flächen im Ortszentrum in einem gemeinsamen Projekt einer sinnvolleren Nutzung zuführen wollen. Man beobachtete den Prozess zur Zentrumsentwicklung deswegen von Anfang an genau: Mag. Rainer Hartmann, Geschäftsführer der E-Werke, war ja auch in seiner Funktion als Gemeinderat an diesem Prozess beteiligt.

Mag. Rainer Hartmann und Mag. Markus Prünster haben die Idee Saminapark geboren und umgesetzt.

Für ihn und für seinen Partner Mag. Markus Prünster, seinerzeit Chef der Raiffeisenbank Frastanz, war es natürlich Ehrensache, das gemeinsame Projekt so zu entwickeln, dass es die Vorgaben der Masterplanung erfüllt: Schon der Architektenwettbewerb für den „Saminapark” wurde dementsprechend ausgeschrieben. Umgesetzt wurde der Saminapark schließlich vom Feldkircher Architekturbüro walser + werle. In drei Baukörpern mit jeweils vier Stockwerken wurde der notwendige Raum für 25 Wohnungen, ein international ausgerichtetes Seminarhotel mit 25 Zimmern, für die Polizeiinspektion Frastanz und zahlreiche Geschäfte geschaffen: So wird hier Vorarlbergs erfolgreichste Bäckerei-Kette „Mangold” eine Filiale eröffnen und die in Wolfurt ansässige Eismanufaktur „Kolibri” wird mit einem attraktiven Eissalon ebenfalls zur weiteren Belebung des Frastanzer Ortszentrums beitragen.

Mag. Viktoria Winsauer hat die Frastanzer schon seit Mai in einem improvisierten Geschäft mit Kolibri-Eis verwöhnt – und freut sich auf viele Gäste in ihrem Eissalon. (Foto: Kolibri)

Eine neue Dimension eröffnet sich mit dem Saminapark für die ehrenamtlichen Betreiber des „Weltladens”: Zum 35-jährigen Bestehen des Vereins ziehen sie von den beengten Räumlichkeiten in der Kirchgasse in ein neues Lokal direkt im Ortszentrum. Geschäftsführer Norbert Hauser und seine Gattin Waltraud, die den Weltladen seit einigen Jahren gemeinsam mit weiteren derzeit 14 ehrenamtlichen Helferinnen „schupfen”, erhoffen sich dadurch eine deutliche Steigerung der Kundenzahlen. Weil die Vermieter „sehr faire Konditionen bieten” (Zitat Norbert Hauser) „können wir dann noch mehr für die Entwicklungshilfe

Die ehrenamtlichen Helfer um Norbert und Waltraud Hauser wollen mit dem neuen „Weltladen” im Saminapark durchstarten.

beitragen.” Eine ganz besondere Anziehungskraft erhofft man sich auch vom „gnuss”-Laden: Das ist der erste von mehreren geplanten Geschäften, in denen eine reiche Auswahl qualitätsvoller handwerklicher und landwirtschaftlicher Produkte aus der Region Vorderland-Walgau-Bludenz angeboten wird. Die extra für diese Idee gegründete „Genussläden Walgau”-Genossenschaft ist ebenfalls ein von der Raiffeisenbank im Walgau und den E-Werken gemeinsam geborenes „Kind”.

„gnuss”-Laden: Ort der Begegnung (und) mit vielen regionalen Spezialitäten.

Walter Gohm, damals noch Unternehmer und treibende Kraft im Vorstand der Wirtschaft Im Walgau, war an der Umsetzung maßgeblich beteiligt: Seit dem 27. Juli ist er Bürgermeister von Frastanz und freut sich sehr auf die Eröffnung des Saminaparks am 7. September.  Nicht nur, weil dort der erste der „gnuss-Läden” verwirklicht ist – und seine Frau Marion Gohm als Geschäftsführerin wirkt – sondern weil der Saminapark nach seiner Überzeugung ganz Frastanz positiv verändern wird. 

„Der Saminapark ist für die Zentrumsentwicklung sicher ein Leuchtturmprojekt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass im Sinne der gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeiteten Zukunftsvision für Frastanz noch viele weitere positive Projekte folgen werden”, so der Bürgermeister.

Auch ökologisch entspricht der Saminapark den Zielen der e5-Gemeinde Frastanz: Verdichtete Bauweise und wenig Bodenverbrauch, Stromerzeugung über Photovoltaik auf den Dächern, Heizenergie per Fernwärmenetz, Einsatz ökologischer Baumaterialien, Einrichtung von Tankstellen für Elektrofahrzeuge …