Die Hightech-Karosseure

Das Bürser Gewerbegebiet Quadrella ist so etwas wie das Vorarlberger „Silicon Valley der Handwerker”. In den letzten  Jahren  haben sich hier besonders viele  innovative Betriebe angesiedelt. Einer davon ist „3er Karosserie”

Christoph Dreier mit seinen Einser-Technikern Marco Vonbank (li) und Mathias Heinzle (re)
Christoph Dreier mit seinen Einser-Technikern Marco Vonbank (li) und Mathias Heinzle (re)

„Ein Karosseur kann alles” betont Christoph Dreier mit Stolz, dass er diese vielfältige und herausfordernde Ausbildung im Jahr 1990 begonnen und erfolgreich abgeschlossen hat. Sein handwerkliches Können – auch das seiner ebenfalls bestens ausgebildeten Mitarbeiter – steht außer Frage. „Aber zum perfekten Ergebnis gehört auch bestes Gerät und Werkzeug”, ist Christoph Dreier nach 27 Jahren Berufserfahrung überzeugt. In seinem 2011 gegründeten Betrieb kommt deswegen höchste Handwerkskunst, aber auch Technik vom Feinsten zum Einsatz.

„Die Autoindustrie ist unglaublich innovativ”, schwärmt Christoph Dreier. Der Normalverbraucher nimmt das vor allem bei immer neuen Sicherheits- oder Kommunikationstechniken wahr, die noch vor wenigen Jahren in Science-Fiction-Filmen für Staunen sorgten. „Aber auch die Werkstoffe der Karosserien und ihre Fertigungstechnik haben sich in den letzten Jahren stark verändert”, berichtet Dreier.

Parallel dazu gibt es auch in Sachen Werkstatt-Ausrüstung immer wieder Neuerungen, mit denen Arbeiten präziser, schneller und kostengünstiger erledigt werden können. Mit neuen Schweiß- und Löttechniken zum Beispiel können Werkstoffe schonend bei rund 800 Grad bearbeitet werden, während alte Schutzgas-Schweißgeräte – die in vielen Werkstätten noch immer im Einsatz sind – Metalle erst bei Temperaturen von 1200 und mehr Grad verbinden können.

Weil das im Interesse der Kunden notwendig ist, scheut Christoph Dreier auch keine Kosten und Mühen, um alle Werkzeuge, Geräte und Maschinen, die es braucht, um die Karossen von wertvollen Oldtimern nach Rostattacken und Hightech-Audis nach Unfallschäden gleichermaßen fachgerecht  wiederherzustellen, um sie auf dem neuesten Stand zu halten.

Bei Dreier Karosserietechnik wird so manches verrostete Auto zum Oldtimer und so manches Unfallauto wieder wie neu.
Bei Dreier Karosserietechnik wird so manches verrostete Auto zum Oldtimer und so manches Unfallauto wieder wie neu.

Gerade weil die Firma so gut ausgerüstet ist, können „beim 3er” Bauteile wieder instandgesetzt werden, die in anderen Werkstätten oft voreilig  durch ein Neuteil ersetzt werden. „Wo es bei gleicher Qualität kostengünstiger geht, reparieren wir gerne”, betont Christoph Dreier.

Bernd Neyer arbeitet gern mit seinem ehemaligen Musterschüler Christoph Dreier zusammen.
Bernd Neyer arbeitet gern mit seinem ehemaligen Musterschüler Christoph Dreier zusammen.

Dazu ist man – etwa nach einem Unfallschaden –  auch mit der Versicherung des Autobesitzers im Gespräch und wickelt alles ab: Vom Abschleppen des Autos bis zur Übergabe des wieder instandgesetzten Wagens wird alles erledigt. Gerne stellt er den Kunden in der Zeit des Wartens auch ein Leihauto zur Verfügung: Denn was Dreier und seine Mitarbeiter nicht mögen, ist Stress, den Kunden machen würden, weil sie das havarierte Auto unverzüglich wieder brauchen. „Gute Arbeit braucht seine Zeit”, bestätigt auch Bernd Neyer, der das ganz genau weiß: Der erfahrene Autospengler war seinerzeit Christoph Dreiers Ausbildner und arbeitet jetzt für seinen ehemaligen „Musterschüler”.

Auch wenn die Kunden während der Zeit der Reparatur ein Leihauto zur Verfügung haben, bemüht man sich natürlich dennoch um möglichst zügige Erledigung der jeweiligen Aufträge.

Für den letzten Arbeitsschritt, die Lackierung, war man bis dato auf die Zusammenarbeit mit externen Partnern angewiesen. „Das hat super geklappt”, betont Dreier die gute Zusammenarbeit mit diesen Partnern. Die zeitraubenden Transportwege nervten aber trotzdem. Um sich diese Transportwege zu sparen und den Kunden „alles aus einer Hand” bieten zu können, hat Christoph Dreier erst vor wenigen Wochen eine eigene Lackierbox angeschafft.

Farbenkünstler: Mathias Heinzle beim Farbmixen - für (fast) jede jemals verwendete Autofarbe gibt es einen exakten Code. Auf Kundenwunsch wird individuell gemixt.
Farbenkünstler: Mathias Heinzle beim Farbmixen – für (fast) jede jemals verwendete Autofarbe gibt es einen exakten Code. Auf Kundenwunsch wird individuell gemixt.

Und die spielt natürlich gemäß der Dreier Firmenphiloso­phie alle Stücke. „Ich habe mich sehr lange bei verschie­den­sten Herstellern schlau gemacht”, verrät der Firmen­chef. Die jetzt angeschaffte Anlage – übrigens ein öster­reichisches Produkt – ist nach seiner Überzeugung das Beste, was es derzeit auf dem Markt gibt.

Marco Vonbank ist begeistert von der neuen Lackierbox.
Marco Vonbank ist begeistert von der neuen Lackierbox.

Sie ist energiesparend, umweltfreundlich und ermöglicht durch spezielle Verfahren bei konstanten Arbeitstemperaturen ein praktisch staubfreies Arbeiten. Dazu wird die Luft in der Lackierbox permanent umgewälzt. Pro Minute werden in diesem Kreislauf bis zu 32.000 Kubikmeter Luft durch Hochleistungsfilter abgesaugt und eingepumpt. Die Absaugleistung ist durch ein spezielles Strömungsverfahren so hoch, dass in einem Arbeitsdurchgang in der Box verschiedene Farben gespritzt werden können. Das Ergebnis der Lackierarbeiten ist dann auch so, wie es Christoph Dreier gerne hat: Perfekt!


FOTOS: CHRISTOPH DREIER, TM-Hechenberger