Hoch hinaus

Ein Bürogebäude der ganz besonderen Art entsteht derzeit in Nüziders. Die Firmen Gantner Electronic und Tomaselli Gabriel Bau werden in dem achtstöckigen Gebäudekomplex für bis zu 200 Mitarbeiter perfekte Arbeitsplätze schaffen. Die Vorfreude auf den Einzug ist Philipp Tomaselli und Elmar Hartmann beim Rundgang durch die beeindruckende Baustelle ins Gesicht geschrieben. 

FOTOS: TM-HECHENBERGER

Hier vor diesem Panoramafenster, das wird doch ein Café und eine Kantine der Extraklasse”, ist Elmar Hartmann begeistert und führt durch „seinen Teil” des Gebäudes. In den Räumlichkeiten im Untergeschoss wird genügend Platz für das Lager der Bauteile und fertigen Hightech-Geräte des weltweit erfolgreichen Elektronikunternehmens geschaffen. Mit ausgebreiteten Armen steht er im lichtdurchfluteten ersten Stock: „Diese großzügigen Räume sind für die Produktion vorgesehen”, erklärt Hartmann voller Stolz. Und für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist das dritte Stockwerk reserviert. Für Begegnung und Kommunikation sind auf allen Stockwerken Räume und Plätze vorgesehen. Wo sein eigener Schreibtisch einmal stehen wird, das weiß Mag. Hartmann natürlich ebenfalls genau.

Von Anfang an war er schließlich in die Planung des Gebäudes eng eingebunden, haben er und Philipp Tomaselli gemeinsam mit den Architekten vom Feldkircher Atelier rainer & amann Grundlagen und Details erarbeitet. Für die Errichtung des 19 Millionen-Euro Komplexes an der Bundesstraße 12 gründeten die Gantner Electronic GmbH und die Tomaselli Gabriel Privatstiftung die gemeinsame „B12 illside GmbH”. 

Last Planner System -ein Planungsinstrument bei der Umsetzung von Lean Construction

Bei der Planung ging es nicht nur um die benötigten Flächen für Büros, Lager und Parkplätze – sondern um viele grundsätzliche Entscheidungen: Die Entwicklung des Gebäudes in die Höhe zur Schonung von Bodenressourcen war den beiden Firmenchefs und Bauherren wichtig. Die Energieversorgung erfolgt besonders umweltfreundlich, indem Grundwasser-Wärmepumpen eingesetzt und die Betonböden und Decken als Energiespeicher genutzt werden. Photovoltaik-Module in den Südfenstern sorgen für Beschattung, eigene Stromerzeugung und spannende Lichteffekte im Gebäudeinneren.

„Dort unten”, deutet Philipp Tomaselli beim Blick aus dem Fenster im dritten Stockwerk auf eine große Fläche, die gerade für die Betonierung vorbereitet wird, „da entsteht der Parkplatz”. Über eine eigene Brücke können Kunden und Mitarbeiter  künftig quasi direkt von der Autobahn zum Gebäude abfahren. Die unmittelbare Nähe zur Autobahn, aber auch die perfekte Anbindung an den Bus- und Bahnverkehr – der Bahnhof ist zehn Gehminuten entfernt – waren mitentscheidend für die Standortwahl. Viele Mitarbeiter werden auch mit dem Rad zur Arbeit kommen – der öffentliche Radweg verläuft jedenfalls direkt entlang des Betriebsgebäudes.

Die Gantner Electronic GmbH wurde 1982 vom gebürtigen Nenzinger Prof. Wilhelm Gantner gegründet. Es wurden für verschiedene Kunden innovative technische Lösungen entwickelt.
Mit der maßgeblich bei Gantner Electronic (weiter-) entwickelten RFID-Technologie zur berührungslosen Identifikation gelang der Durchbruch. Einsatz findet sie in Zutritts- und Kontrollsystemen für die betriebliche Sicherheit und Organisation oder in Fitnessclubs, Bädern, Thermen, Skidepots und
Freizeitparks zur Besucherverwaltung sowie im berührungslosen Zahlungsverkehr.
Gantner ist in fast 70 Ländern tätig und betreibt Niederlassungen in Deutschland, Belgien, Holland, Großbritannien, Dubai, Indien, Australien und den USA. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit mehr als 400 Mitarbeiter weltweit, etwa 130 davon in Vorarlberg. Geschäftsführer ist seit 2003 der gebürtige Thüringerberger Mag. Elmar Hartmann, der seit 1996 bei Gantner Electronic tätig ist.

Vor allem für die Mitarbeiter der Firma Gantner, von denen momentan noch sehr viele aus ganz Vorarlberg nach Schruns pendeln, wird der neue Betriebsstandort ein großer Vorteil sein. Elmar Hartmann ist überzeugt, dass diese verkehrstechnisch optimale Anbindung positive Auswirkungen auf die Mitarbeitersuche haben wird: Obwohl die Fahrt von Bludenz nach Schruns keine Weltreise ist – für viele der überall nachgefragten Elektronikspezialisten, die bei Gantner gebraucht werden, ist ein Arbeitsplatz im Montafon „zu weit weg”. Der neue Standort – von Bregenz in 30 Autominuten erreichbar – ist natürlich zentraler gelegen. Gantner Electronic kann in dem neuen Haus aber auch topmoderne Arbeitsplätze vom Feinsten bieten: Für alle 130 Mitarbeiter, die derzeit in Schruns sind, und für weitere 30, die in den nächsten Jahren hinzukommen sollen.

 

Baumeister Philipp Tomaselli und seine Gattin Barbara Gabriel-Tomaselli haben 2007 die von ihren Vorfahren gegründeten Unternehmen „Tomaselli Bau“ (gegr. 1948 in Nenzing) und „Karl Gabriel Baumeister“(gegr. 1960 in Bludenz) zusammengeführt.
Die Baufirma gehört mit über 200 Mitarbeitern – davon aktuell 26 Lehrlinge – zu den größten im Land. Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Karl Gabriel Baumeister, das sich schwerpunktmäßig um den Privatbau und Dienstleistungen bemüht, werden sämtliche Leistungsbereiche des Bauens mit Ausnahme des Untertagebaus abgedeckt.
Mit Beteiligungen im Rohstoffbereich, Baunebengewerbe und im Immobilienbereich werden entlang der Wertschöpfungskette Bau Synergien genutzt, um für Kunden maßgeschneiderte, projekt­spezifische und nachhaltige Lösungen zu finden.

Einen „Quantensprung” in Sachen Kommunikation und Zusammenarbeit macht mit der Umsiedlung ab Juli auch die „Tomaselli Gabriel Bau”. Das starke Wachstum des erfolgreichen Unternehmens hat schon längere Zeit zu räumlichen Engpässen in der Firmenzentrale in Nenzing geführt. Tomaselli Gabriel Bau und auch das Büro des Schwesterunternehmens „Karl Gabriel Baumeister” werden künftig mit zusammen rund 40 Mitarbeitern in den oberen beiden Stockwerken des Gebäudes „residieren”. Helle und großzügige Räume auch hier, wo die Projekt- und Bauleiter, Techniker und die Verwaltung der Tomaselli Gabriel Gruppe ab Juli ihre neue Firmenzentrale beziehen werden. Auf etwa einem Drittel der Geschossfläche am Dach befindet sich ein reduzierter, zurückgesetzter Baukörper, der Raum für Besprechungen, Workshops oder Seminare bietet. Von dort oben bietet sich ein atemberaubender Rundblick von den Schweizer Bergen über den Walgau bis zu den Gipfeln im hinteren Montafon. Dieses Ambiente wollen beide Firmen nutzen, um ihren besonderen Gästen etwa neue elektronische Erfindungen oder interessante Immobilien vorzustellen. 

Die Firma Primus-Immobilien ist mit der Vermietung von derzeit noch verfügbaren Räumlichkeiten im „B12 illside”  beauftragt worden.

Bürogebäude „B12 illside”:

  • Investitionsvolumen: 19 Millionen Euro
  • Spatenstich: 13. November 2017
  • Fertigstellung: Juli 2019
  • 8.600 Quadratmeter Nutzfläche auf acht Ebenen plus Untergeschoss und 50 Tiefgaragenplätze
  • Nach Fertigstellung Platz für 160 Mitarbeiter (Fa Gantner Electronic), 40 Mitarbeiter Tomaselli Gabriel Gruppe  und weitere