Schatten als Gesundheitsvorsorge

Die Befragten wünschen sich vor allem schattige Geh­wege mit Sitzplätzen und Trinkbrunnen.

Die letzten Monate haben eindrücklich vor Augen geführt, dass wir uns wohl vermehrt auf Hitzetage einstellen müssen. Die Mitgliedsgemeinden der Regio Im Walgau haben sich diesem Thema frühzeitig angenommen und setzen sich schon länger damit auseinander, was getan werden kann, um gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Klimawandel zu minimieren. 

GRAFIK: REGIO IM WALGAU/GÖG, FOTO: CLEMENS PLASCHKE

Anhaltend hohe Temperaturen wirken sich auf viele Bereiche aus. Veränderungen in Naturräumen, der Arbeitswelt, der Landwirtschaft und viele weitere Aspekte müssen bei langfristigen Planungen berücksichtigt werden. Vor allem aber belastet Hitze unsere Gesundheit. Sie kann zu Erschöpfung, Kreislaufproblemen und sogar psychischen Beschwerden führen. Da langfristig zudem zu befürchten ist, dass chronische Krankheiten und Allergien durch anhaltend wärmere Temperaturen verstärkt werden, sehen die Walgaugemeinden Handlungsbedarf. „Besonders betroffen sind Menschen, die an heißen Tagen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs beziehungsweise auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind“, erklärt die zuständige Regio-Mitarbeiterin Verena Kircher. „Dadurch können Mobilität und soziale Teilhabe eingeschränkt werden – zwei wichtige Voraussetzungen für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben.“ Wichtig ist ihr zu betonen, dass sich die hohen Temperaturen auf alle auswirken, allerdings nicht gleichermaßen. Weil vor allem ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Pflege- und Betreuungsbedürftige besonders betroffen sind, sieht sie die Anpassung an den Klimawandel auch als Frage der sozialen Gerechtigkeit. 

Klimaresilienz-Check 

„Die Anpassung an zunehmende Hitze ist auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit” – Verena Kircher betreut bei der Regio Im Walgau die Bereiche Umwelt, Landwirtschaft und Klima.

Bereits im vergangenen Jahr haben lokale Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen im Auftrag der Regio Im Walgau die regionalen Daten zu Klima, Gesundheits- und Pflegekapazitäten sowie sozialen Rahmenbedingungen analysiert und mögliche Handlungsansätze erarbeitet. Im Rahmen einer Online-Befragung war die Bevölkerung aufgefordert, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu analysieren und zusätzliche Perspektiven einzubringen. Insgesamt hundert Menschen aus der Region, von denen immerhin ein Viertel täglich ohne Auto unterwegs ist, brachten sich von Dezember 2025 bis Mai 2026 beim Klimaresilienz-Check Gesundheit 2050 Walgau ein. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Besonders wichtig sind aus Sicht dieser hundert Teilnehmer mehr Schatten, Sitzgelegenheiten und Trinkbrunnen entlang wichtiger Alltagswege, sichere Rad- und Fußwege sowie gut verständliche Informationen zu kühlen Orten und hitzetauglichen Routen. Ergänzend könnten Fahr- und Begleitdienste, Leihräder und kurze Wege im Alltag – etwa durch gebündelte Angebote wie Einkauf, Arztpraxen und Begegnungsorte an einem Standort – besonders unterstützen. Auf dieser Grundlage wollen sich die Walgaugemeinden noch stärker um langfristigen Hitzeschutz kümmern. Den vollständigen Bericht sowie eine Karte zu „coolen Plätzen“ im Walgau und Hitzeinfos finden Interessierte auf der Homepage der Regio Im Walgau (imwalgau.at).

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