„Treffpunkt Region“

Am Beispiel Dorfladen Düns informierten sich die Gemeindepolitiker über das Thema Nahversorgung.
Am Beispiel Dorfladen Düns informierten sich die Gemeindepolitiker über das Thema Nahversorgung.

… nennt sich eine neue Veranstaltungsreihe der Regio Im Walgau, zu der jeweils alle Gemeindevertreter und Ersatzmitglieder aller 14 Mitgliedsgemeinden geladen sind. Dabei werden aktuelle Themen aufgegriffen. Zum Auftakt ging es um das Thema Nahversorgung: Man traf sich im Dünser Dorf­laden, mit dem die Gemeinde Großes vorhat. Bürgermeister Gerold Mähr stellte die Zukunftspläne für das „Dorfhus” vor.

75 Quadratmeter groß ist das Dünser Dorflädele – das Angebot kann sich aber durchaus sehen lassen: Rund 2.200 verschiedene Artikel gibt es hier zu kaufen. Es bietet auch Platz für eine eigene Getränkeabteilung – und ein beliebtes Mini-Cafe ist ebenfalls im Lädele untergebracht. „Unser Geschäft ist ein wichtiger Teil der Dorfkultur und ein Treffpunkt für Jung und Alt“, betont Eveline Konzett: Sie ist Geschäftsführerin und „schmeißt das Lädele” gemeinsam mit drei Teilzeit-Mitarbeiterinnen sehr zur Zufriedenheit ihrer Kunden.

Genossenschafts-Vizeobmann Robert Gohm, Lädele-Chefin Eveline Konzett und Bgm Gerold Mähr. (v.l)
Genossenschafts-Vizeobmann Robert Gohm, Lädele-Chefin Eveline Konzett und Bgm Gerold Mähr. (v.l)

Betrieben wird der Dorfladen vom „Konsumverein Düns und Dünserberg”. Die Gründung dieser Genossenschaft geht auf das Jahr 1918 zurück. Zum hundertjährigen Bestandsjubiläum sollte es einiges zu feiern geben.

Denn Düns hat viel vor mit dem Lädele. Nicht weniger als 2,5 Millionen Euro will die 420-Einwohner zählende Minigemeinde investieren, um aus dem Dorfladen ein „Dorfhus” zu machen.

Das schöne Holzhaus, in dem der Laden jetzt untergebracht ist, muss dafür leider weichen: Im Rahmen eines Architektenwettbewerbes waren neun Planer eingeladen, ein zukunftsfähiges Konzept für das Haus des Konsumvereins vorzulegen. In ihre Überlegungen dazu konnten sie auch das benachbarte ehemalige „Raiffeisenlager” – das der Gemeinde gehört – mit einbeziehen.

Alle neun Architekten waren sich nach gründlichem Studium der Ist-Situation einig: Nur mit einem Neubau können die Anforderungen erfüllt werden, welche die Konsumgenossenschaft für ein zukunftsfähiges Nahversorgungskonzept benötigt.

Das Projekt der Bregenzer Architekten Christian Matt und Markus Dorner hat nach Ansicht der Jury die gestellten Aufgaben am besten gelöst: im künftigen Dorfhus ist neben den Lager- und Verkaufsräumlichkeiten für die Nahversorgung auch genügend Platz für die Bibliothek und das gemeinsam von Düns, Dünserberg und Schnifis betriebene Dreiklangbüro. Das Cafe ist so geschickt ausgetüftelt, dass die Zahl der Sitzplätze sehr flexibel bedarfsgerecht erhöht werden kann. Zusätzlich kann an schönen Tagen auch ein Gastgarten geboten werden, von dem aus künftig – weil das Dorfhus neu und optimal situiert wird – ein herrlicher Panoramablick auf den Walgau genossen werden kann.

Für die Finanzierung darf die Gemeinde auf Förderungen des Landes und der EU zählen. Zur Rückzahlung des Kredites werden außerdem Mieteinnahmen beitragen: In den beiden Obergeschossen werden fünf Wohnungen errichtet. Eine davon ist für einen Arzt reserviert, der hier ab 2018, wenn das Dorfhus planmäßig realisiert werden kann, einmal pro Woche ordinieren wird.

Die Bürgermeister- und Gemeindevertretungskollegen, darunter Dieter Lauermann (Ludesch) Eugen Gabriel (Frastanz) Anton Mähr (Schnifis) und Walter Rauch (Dünserberg) sowie auch Walter Gohm von der „Wirtschaft im Walgau” gratulierten zu den ehrgeizigen Zukunftsplänen. Ebenfalls begeistert äußerte sich Karlheinz „Charly” Marent, Chef des „Vereins Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung”, der über die große Bedeutung einer funktionierenden Nahversorgung referiert hatte.

Einig waren sich die Teilnehmer auch darin, dass die neue Veranstaltungsreihe der Regio Im Walgau Zukunftspotenzial hat: Geschäftsführerin Mag. Birgit Werle freute sich über das Lob.