Hundert Jahre – und kein bisschen feiern?

Die VLV-Direktoren Klaus Himmelreich und Robert Sturn (v.l.).

„Im Alltag interessieren Versicherungen eigentlich niemanden”, weiß Robert Sturn, der zusammen mit Klaus Himmelreich die Vorarlberger Landes-Versicherung führt. Wenn etwas passiert, ändert sich die Interessenlage schlagartig. Ein gutes Gefühl, wenn man dann in der Polizze nachlesen kann, dass man versichert ist. Und ein noch besseres Gefühl, wenn man jemanden hat, der sich um alles kümmert.

FOTOS: TM-HECHENBERGER, VLV

100 Jahre gibt es die VLV bereits, und das Jubiläumsjahr sollte natürlich auch würdig gefeiert werden. Coronabedingt musste heuer allerdings alles abgesagt werden. „Das ist natürlich schade”, bedauert Klaus Himmelreich. Das Jubiläumsjahr war aus Sicht beider VLV-Direktoren insgesamt aber doch erfreulich. „Die zunehmende Bedeutung von  Regionalität und persönlicher Beratung vor Ort hat uns schon in den vergangenen Jahren geholfen”, so Sturn. 

Durch die Coronakrise hat dieses Regional-Bewusstsein noch einmal einen Schub bekommen, was der tief im Land (und nur hier) verwurzelten Versicherung zugutekommt. Auch die Eigentümerstruktur der VLV ist bei den Kunden voll im Trend: Man ist nämlich keine „normale Firma” oder Aktiengesellschaft, die den Eigentümern jedes Jahr möglichst hohe Gewinne auszahlen soll.

„Die VLV ist im Prinzip ein Verein, in dem jeder Kunde Mitglied ist”, erklärt Versicherungsmathematiker Sturn. Mit der Summe der jährlichen Einzahlungen sollen in dieser Solidargemeinschaft einfach die fälligen Versicherungsleistungen (bei Schäden, Unfällen oder z.B. die Auszahlung von Pensionsversicherungen) samt Nebenkosten abgedeckt sein. Mehr nicht.

Und das bekommen der „Vereinsvorstand” und seine Mitarbeiter seit mittlerweile einhundert Jahren sehr gut auf die Reihe. Die VLV ist mit ihren 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die einzige Komposit-Versicherung (Schaden- und Unfallversicherung sowie Lebensversicherung) mit Sitz im Lande. Alle Entscheidungen werden hier im Ländle getroffen und verantwortet.

Der Umfang der Auszahlungen nach Schäden durch Brand, Hochwasser, Verkehrsunfälle etc. liegt bei jährlich rund 30 Millionen Euro. Dieses Geld bleibt im Land: Mit der technischen Schadenswiedergutmachung werden nämlich ausschließlich Vorarlberger Firmen beauftragt: Eine Selbstverständlichkeit für Vorarlberger Landesversicherung.

Ansprechpartner in den Regionen

Neben der 1927 erbauten Landeszentrale in Bregenz – sie soll im kommenden Jahr übrigens saniert und teilweise neu gebaut werden – unterhält die VLV insgesamt 16 Kunden- und Agenturbüros. „Für die Vielzahl an Mitarbeitern und Kundenbüros investieren wir natürlich einiges an Geld”, erklärt Robert Sturn. Letztlich kommen diese Investitionen aber wiederum den Kunden zugute. Schadensmeldungen kann man bei der VLV – wie bei allen anderen Gesellschaften – natürlich auch „online” abgeben. Im Gegensatz  zu vielen anderen Versicherungen hat man im Vorarlberger Versicherungsverein aber auch seinen persönlichen Berater vor Ort.

Nachdem Versicherungen im Alltag ja uninteressant sind – ist das aber genau in zwei Situationen sehr wohl sehr wichtig: Im Schadensfall, vor allem aber auch beim Abschluss einer Versicherung. „Natürlich kann man sich bei Vergleichsportalen im Internet nach Bestpreisen erkundigen”, erklärt Gerold Mähr. „Versicherungsinspektor” Mähr gehört zu den erfahrensten VLV-Mitarbeitern und leitet mit seinem Sohn Florian das VLV-Kundenbüro in Düns – wo er seit einigen Jahren auch Bürgermeister ist. 

 

„Durch den reinen Preisvergleich kann man sich sicher ein paar Euro Prämie ersparen. Im Ernstfall geht es aber nicht um diese paar Euro, sondern darum, ob meine Versicherung einen Schaden in Höhe von hunderten oder vielen tausend Euro tatsächlich bezahlt”

Bgm. Gerold Mähr
VLV Kundenbüro Düns

 

Darüber Auskunft gibt prinzipiell die Versicherungspolizze. „Aber sind wir uns ehrlich: Die dortigen Texte, vor allem auch die berühmten kleingedruckten – können wirklich nur von Juristen und ausgewiesenen Fachleuten entziffert werden!” Der persönliche Berater kann diese Texte verständlich „übersetzen” – und im Gespräch mit dem Kunden auch darauf schauen, dass die Versicherung auf dessen Lebenssituation maßgeschneidert passt.

Der Aufwand, den die VLV für die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter betreibt, ist entsprechend hoch. Auch „Altgediente” wie Inspektor Mähr müssen immer wieder „auf die Schulbank”, um auf dem neuesten Stand der Dinge zu sein. „Das ist interessant und hält jung”, sieht Bürgermeister Mähr diese Schulungen durchaus positiv. Er ist aber vor allem deswegen mit Leib und Seele Versicherungsfachmann, weil „es immer wieder schön ist, wenn wir Menschen bei kleinen Unfallschäden, aber auch nach existenzbedrohenden Katastrophen helfen können!”

Bei der VLV muss übrigens auch niemand als ‚Keiler‘ von Tür zu Tür, um Versicherungen zu verkaufen. Beratungsgespräche werden auf Wunsch des Kunden durchgeführt. Die VLV bezahlt ihren Mitarbeitern das Gehalt außerdem völlig unabhängig von der Anzahl der Vertragsabschlüsse.

„Bei der Einführung dieser Regelung im Jahr 2013 waren wir Pioniere. Und sind bis heute die einzige Versicherung, die das macht”, erläutert Direktor Himmelreich durchaus mit Stolz. Die Philosophie dahinter: Die Versicherungsvertreter sollen von ihrem Gehalt gut leben können: Sie sollen – und dürfen! – keinem Kunden eine Polizze „andrehen”, nur damit sie eine Provision einstreichen können.

„Wir möchten mit unserem Einsatz insgesamt dem Gemeinwohl dienen, wie es bei der Gründung im Jahr 1920 vereinbart worden ist. Die Gehaltsregelung ist ein Teil unserer Bemühungen, diesem Prinzip unserer Gründerväter zu entsprechen”, ist Robert Sturn überzeugt.

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P.S.: Nachdem die 100-Jahr Feierlichkeiten ausgefallen sind, hat man eine schöne Aktion gestartet, die ebenfalls diesen Prinzipien entsprechen dürfte. Es werden 100 Gutscheine im Wert von je 500 Euro für einen Hotelurlaub in Vorarlberg verlost. Gerade angesichts der Corona-Restriktionen sind diese Gutscheine in Höhe von insgesamt 50.000 Euro für die heimischen Beherbergungsbetriebe sicher eine willkommene Unterstützung.

Mitmachen können übrigens auch Nicht-Vereinsmitglieder!

+++UPDATE: DIESES GEWINNSPIEL WURDE BEREITS BEENDET.+++
500 Euro Gutschein gewinnen – mit nur einer Mail!
Möchten Sie einen der 100 Gutscheine à 500 Euro gewinnen, schicken Sie einfach eine Mail mit Betreff „100 Jahre VLV” und Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten (Vor- und Nachname, Straße und HNr., PLZ und Ort) an: vlv100@vlv.at.