150 Jahre Liepert: „Der Maler von Bludenz” ist überall gefragt

Bescheiden nennt sich das Familienunternehmen Liepert mit 150-jähriger Tradition „Der Maler von Bludenz“. Dabei war das Unternehmen schon bald nach der Gründung 1876 in der ganzen Monarchie Österreich-Ungarn unterwegs.

FOTOS: FIRMA LIEPERT, TM-HECHENBERGER

In der Bludenzer Sturnengasse 7 machte sich damals Malermeister Heinrich Liepert mit einem eigenen Betrieb selbstständig. Er war ein fähiger, verlässlicher Handwerker und das Geschäft lief gut. Ab 1901 war der Erfolg sogar international: Ein Lindauer Apotheker hatte damals einen speziellen Lack für Schultafeln entwickelt. Liepert erkannte als erster das Marktpotenzial und erwarb das Patent.

Von da an war das Liepert-Schultafel-Team in den Sommermonaten – während der Schulferien – in ganz Österreich-Ungarn unterwegs, um Schultafeln zu renovieren. Das war eine anstrengende Arbeit, weil die Tafeln immer in mehreren Durchgängen glattgeschliffen werden mussten, ehe der Wunderlack aufgebracht werden konnte. Aber es war auch gut bezahlte Arbeit.

Für die Entwicklung des Malerbetriebes Liepert hatte historisch betrachtet neben dem Schultafellackpatent auch das ab den 1950er-Jahren wachsende Engagement in der Arlbergregion große Bedeutung. Damals wurden viele bis dahin eher bescheidene Gästeunterkünfte zu luxuriösen Hotels umgebaut. Im Wettbewerb um die besten Gäste war natürlich auch Handwerk von höchster Qualität gefragt: Das konnten die Lieperts und ihre Mitarbeiter bieten.

Der Firmensitz war bis 1961 immer noch in der Sturnengasse, wobei zusätzlich in der Alten Landstraße eine Werkstatt eingerichtet worden war. 1962 übersiedelte das Unternehmen in die heutige Zentrale in der Jellerstraße. Seit 1990 betreibt man zusätzlich in der Austraße ein Lackierwerk, wo verschiedenste Werkteile unter optimalen Bedingungen lackiert werden können. Investiert hat der Maler von Bludenz seit 1979 auch in Fassadensteiger, mit denen man Kunden den zeit- und kostenintensiven Bau von Arbeitsgerüsten ersparen kann. Heute hat man einen Fuhrpark von fünf solchen Steigern, die Arbeitshöhen von bis zu 32 Metern erreichen. 

Firmenchef Thomas Liepert

Die Hauptverantwortung für den Betrieb trägt seit 2003 Thomas Liepert, der Ur-Ur-Enkel des Firmengründers. Mit 33 MitarbeiterInnen, acht davon sind Frauen, erfüllt er die Wünsche der Kunden vom Boden- bis zum Silvrettasee. Das Spektrum der Arbeiten ist ebenso umfassend: Von der denkmalgerechten Fassadenrenovierung historischer Gebäude bis zur farblichen Gestaltung von Einfamilienhäusern, in der Hotellerie und Industrie wird alles realisiert. Das Thema Ökologie hat dabei einen hohen Stellenwert. Seit zwanzig Jahren ist das Unternehmen „Ökoprofit“ zertifiziert. Speziell bei Malarbeiten im Innenbereich wird auf ein gesundes Raumklima geachtet. Sehr gerne greift das Liepert-Team zum Schweizer Naturprodukt „Naturofloor“, das es nicht im Baumarkt gibt, sondern  nur von geschulten und qualifizierten Partnerbetrieben angeboten werden darf, weil die handwerklich einwandfreie Verarbeitung dazugehört. „Es ist ein reines Naturprodukt, das im Wesentlichen aus Quarzsand und Weißzement besteht“, erklärt Thomas Liepert. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die in fast jedem Farbton erhältlichen Boden- und Wandbeläge aus Naturofloor können fugenlos verarbeitet werden, sind besonders pflegeleicht und deswegen für die Gestaltung moderner Badezimmer besonders beliebt.

Vielfältige Arbeit und Lehrlingsausbildung

„Dass wir so viele verschiedene Projekte realisieren, vom Naturofloor-Badezimmer über die denkmalgerechte Fassadensanierung bis hin zur Kompletterneuerung von Industriebetrieben oder Schulen im Innen- und Außenbereich, das ist natürlich auch für unsere Mitarbeiter interessant. Unsere Lehrlinge können nach der Ausbildung quasi alles, was vom modernen Malerhandwerk geleistet werden kann“, freut sich Thomas Liepert. Auf ein gutes Betriebsklima legt der Chef besonders viel Wert. Dass man das 150-jährige Betriebsjubiläum entsprechend feiern würde, war deswegen logisch. Statt einer großen offiziellen Feier mit Festzelt, Festreden, Presse und Promigästen entschied sich die Belegschaft für einen gemeinsamen mehrtägigen Ausflug ins Südtirol. Und so viel sei verraten: Es war ein würdiges Fest!

Vorheriger ArtikelLUF Mobil führte zu „Nano”
Nächster ArtikelMenschen: Jasmine Sonderegger