LUF Mobil führte zu „Nano”

Das hat der Nano vom LUF Mobil gelernt: Er fährt problemlos über Stock und Stein und auch im Wasser.

allerhand! 4 - CoverÜber ihn haben wir schon mehrfach berichtet. Das „LUF Mobil“ von Bruno „Düsentrieb“ Walter, dem Erfinder des weltweit erfolgreichen Löschunterstützungsfahrzeuges LUF, war im Sommer 2017 auf dem allerhand!-Titelblatt. Die technischen Lösungen, die der rührige Unternehmer in jahrelanger Entwicklungsarbeit für den geländegängigen Rollstuhl fand, führten jetzt zur Produktion des „Nano“: Das fernsteuerbare Mini-Löschgerät ist der neue Verkaufsschlager der LUF GmbH in Thüringen.

FOTOS: LUF GMBH, TM-HECHENBERGER

Ein Freund war nach einem Motorradunfall querschnittgelähmt und meisterte sein Leben trotzdem mit viel Lebensmut. Einen Waldspaziergang oder gar einen Ausflug in die Berge, die ihm immer so viel bedeutet hatten, war aber mit herkömmlichen Rollstühlen ausgeschlossen. Das LUF Mobil sollte dem versehrten Freund ein Stück Freiheit wiedergeben.

Jahrelang tüftelte Bruno Walter an dieser Idee, 2013 konnte ein erster Prototyp zu Testfahrten ausrücken. Im Herbst 2016 wurde bei einer Fahrt zur Heilbronner Hütte ein Praxistest erfolgreich durchgeführt. 2017 sorgte man bei Messen in Karlsruhe und Innsbruck für großes Interesse. Es folgten Langzeitbelastungs- und Härtetests in Portugal und im Jahr 2019 in Australien. 

Betrieben wurden die Prototypen zunächst mit Elektromotor, dann mit Benzin. Schließlich fiel die Entscheidung für den lautlosen und emissionsfreien Elektroantrieb, weil nur damit die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder ein Besuch im Museum möglich wären. „Wir haben bewiesen, dass es technisch möglich ist, querschnittsgelähmten Menschen ein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, mit dem sie sich selbstständig im Gelände und auf Wanderwegen  bewegen können“, freut sich Bruno Walter. Dennoch wird das LUF Mobil bis auf Weiteres nicht weiter forciert. „Knackpunkt“ ist einerseits der Preis, den man verlangen müsste, um das LUF Mobil wirtschaftlich produzieren zu können: Rund 150.000 Euro. 

Als echtes Killerkriterium erwies sich allerdings die Frage der Sicherheit und Haftung im Falle eines Unglücks. Trotz aller eingebauten Sicherheitssyste­me (die 35km/h-Straßenzulassung wurde dem LUF Mobil zuerkannt) ist bei Fahrten im Gelände natürlich erhöhtes Gefahrenpotenzial gegeben. „Ich will als Person nicht daran schuld sein, dass jemand möglicherweise im LUF Mobil verunglückt. Und als Unternehmer kann ich diese Verantwortung auch nicht tragen“, stellt Bruno Walter klar. 

Der Entschluss, das Projekt vorerst nicht weiter zu verfolgen, ist ihm nicht leicht gefallen. Seine jahrelangen Bemühungen um die Mobilität von Querschnittsgelähmten werden aber dennoch  belohnt. Insbesondere die für das LUF Mobil ausgeklügelte und patentierte Fahrwerkstechnik sowie spezielle Steuerungslösungen konnten „Eins zu Eins“ für die Konstruktion eines neuen kleines Löschgerätes verwendet werden: Der LUF Nano ist ein 100% elektrisch betriebener Löschroboter, der durch seine einfache Bedienbarkeit besticht. Das nur 220 Kilo schwere Gerät schleppt bis zu 100 Meter Feuerwehrschlauch an ein Ziel. Der „Nano-Pilot“ kann das Brandgeschehen über einen Löschmonitor gefahrlos beobachten und mit dem Löschroboter zielgenau mit einem Wasserdruck von zehn Bar bis zu sechzig Meter weit spritzen:  Der kleine Nano bleibt dabei standsicher. 

Die Fachwelt ist begeistert und der Nano hat schon international überzeugt: Feuerwehren in Taiwan, Berlin und Wien haben die Thüringer Innovation bereits im Einsatz. Mitte Mai übte gerade eine Feuerwehr-Truppe aus der Ukraine den Umgang mit ihrem neuen, kleinen Löschroboter.

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