
Wirtschaftlich beziehungsweise finanziell „auf der Überholspur“ ist derzeit die Sonnenberggemeinde Nüziders: Die Getzner Holding GMC investiert auf dem ehemaligen „Bertsch“-Areal rund 110 Millionen Euro. Wahrscheinlich noch teurer wird das neue Werk von Rauch auf dem ehemaligen Frigo-Firmengelände. Bürgermeister Florian Themeßl-Huber freut sich auch über den beginnenden Neubau bei der Firma Wagner. Mit diesen Investitionen sind bedeutende und langfristige Mehreinnahmen für die Gemeinde verbunden.
FOTOS: TM-HECHENBERGER, FA. RAUCH, FA. WAGNER

Noch kein Jahr ist es her, dass beim ehemaligen Kessel Bertsch am 10. November 2025 der symbolische Spatenstich zum Baubeginn für den neuen Betriebsstandort der Getzner Werkstoffe erfolgte. „Gewaltig, was hier seither geleistet wurde“, zeigte sich Bgm. Florian Themeßl-Huber beim allerhand!-Fototermin mit GMC-Geschäftsführer Markus Comploj beeindruckt. Und dieser bestätigte, dass man sich gut im Zeitplan befinde: Noch heuer soll der Rohbau fertiggestellt sein. Im nächsten Jahr geht es an den Innenausbau samt Montage der Anlagen. Anfang 2028 will man den Betrieb aufnehmen.
60 bis 80 Mitarbeiter werden für die Lagerlogistik der Getzner Werkstoffe und für die Forschung des neuen Tochterunternehmens „Getzner Circular Technology“ tätig sein: Dabei geht es um neue Techniken zur Wiederverwertung der von Getzner entwickelten und weltweit angewandten Kunststoffe zur Schwingungsdämpfung: Ziel ist eine hundertprozentige Recyclingquote.
Im neuen Gebäudekomplex entstehen auf vier Ebenen (eine davon im Untergeschoss) insgesamt 25.000 Quadratmeter Flächen für Produktion und Verwaltung sowie ein Hochregallager für 10.000 Palettenplätze. Das Gebäude wird bis zu 33 Meter in die Höhe gebaut. (Zum Vergleich: Der Hauptsitz der benachbarten Baufirma Tomaselli-Gabriel ragt 30 Meter in die Höhe.)

Mit einer Höhe von 38 Metern wird das neue Betriebsgebäude des Fruchtsaftherstellers Rauch noch höher ausgestaltet. Der Bau dieses Gebäudes wurde im heurigen Frühjahr mit dem Aushub von mehreren zehntausend Kubikmetern Kies gestartet. Das Material wird in der Tschalenga gelagert und in der Folge direkt dort bei „Zech Kies“ für die Produktion von Beton aufbereitet, der dann für den Bau des neuen Rauch-Betriebsgebäudes verwendet wird. Bgm. Themeßl-Huber ist voll des Lobes für diese Kreislaufwirtschaft. Und:
Ursprünglich wollte Rauch die Betriebserweiterung bei der Stammfabrik Richtung Westen in Ludesch realisieren: Eine Bürgerinitiative lancierte gegen die Bodenversiegelung, die damit verbunden gewesen wäre, eine Volksabstimmung, welche zu Ungunsten der Firma Rauch ausgegangen ist. Seither bemühte man sich um bereits als Betriebsflächen gewidmete Gründe östlich der bestehenden Betriebsanlagen. Dies ist Jürgen Rauch mit dem Erwerb von gut vier Hektar des ehemaligen, bereits versiegelten Frigo-Betriebsstandortes gelungen.
„Es ist erfreulich, dass das ehemalige ,Frigo-Areal einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird. Die Erweiterung der Firma Rauch ist dank der idealen Verkehrsanbindung ein logischer Schritt und ein klares Bekenntnis zum Wirtschafts- und Industriestandort Nüziders“, so Bürgermeister Florian Themeßl-Huber.
Mit den angedachten zusätzlichen 150 Arbeitsplätzen bei Rauch, und sechzig bis achtzig bei Getzner kann sich der Bürgermeister langfristig über kräftige Einnahmen freuen: Die Kommunalsteuer beträgt immerhin drei Prozent des Lohnes jedes einzelnen Mitarbeiters. Das durchschnittliche Jahresbrutto von Vollzeitangestellten in Österreich beträgt laut Statistik Austria 43.416 Euro, drei Prozent davon wären also rund 1.300 Euro pro Arbeitsplatz und Jahr.
Zukunftsinvestition auch bei Wagner
Themeßl-Huber darf sich aber auch über einen Neubau beim international tätigen Anlagenbauer und Energiemanager Wagner, der mit derzeit hundert Mitarbeitern ebenfalls zu den großen Kommunal-Steuerzahlern gehört, freuen. Im neuen Gebäude werden zwar nicht direkt neue Arbeitsplätze geschaffen. Hier werden aber dringend benötigte Lagerflächen (im Untergeschoss)und Kleinwohnungen für Mitarbeiter und Leasingarbeiter in den beiden Obergeschossen entstehen. Im Erdgeschoss werden außerdem eine Lehrlingswerkstatt sowie eine „Kinderwerkstatt“ eingerichtet. Hier sollen zum Beispiel VolksschülerInnen in die Welt der Metall- und Holzbearbeitung schnuppern können: Das neue Gebäude wird also dazu beitragen, den Betriebsstandort Nüziders der Firma Wagner kurz- und langfristig weiter zu stärken.














