Wettschwimmen im Schwarzbach

Familien aus der ganzen Region freuen sich darauf, wenn am 11. Oktober wieder 1.700 Badeenten im Bludescher Schwarzbach um die Wette schwimmen. Vor allem aber profitieren Kinder, denen es nicht so gut geht, von dieser Aktion. Der Erlös des 9. Bludescher Entenrennens kommt wiederum dem „Netz für Kinder“ zugute.

FOTOS: UDO MITTELBERGER

„Eigentlich ging es uns darum, das Bludescher Zentrum mit dem Ortsteil Gais zu verbinden und die Menschen im Dorf zusammenzubringen“, erinnert sich Johannes Pfefferkorn. Als in der Gemeindevertretung vor rund zwanzig Jahren nach entsprechenden Ideen gesucht wurde, war der Schwarzbach als verbindendes Element bald ausgemacht, und Johannes Pfefferkorn brachte spontan das Entenrennen ins Spiel. Er hatte schon einmal von einem solchen Event in Feldkirch gehört. Die Idee kam gut an, Mitstreiter waren rasch gefunden, zumal mit dem Erlös der Veranstaltung auch noch Gutes getan werden sollte. 

Seit nunmehr dreißig Jahren fängt das „Netz für Kinder“ jene im Land auf, deren Kindheit Stabilität und Wärme vermissen lässt. In enger Zusammenarbeit mit Fachleuten unterschiedlichster Fachrichtungen organisiert der gemeinnützige Verein Unterstützungsprogramme, Workshops und Weiterbildungsangebote, welche Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen Halt geben und Zukunftsperspektiven eröffnen. Enten sind schon lange Symbol und Maskottchen des landesweit erfolgreichen Engagements. Die Bludescher beschlossen, diese Initiativen ebenfalls zu stärken.

Die Enten werden von ihren Besitzern oft aufwendig dekoriert, bevor sie ins Rennen geschickt werden.

So kommt es, dass aktuell rund 1.700 knitschgelbe Badeenten im Keller von Johannes Pfefferkorn auf ihren Einsatz warten. Denn am 11. Oktober soll das inzwischen 9. Bludescher Entenrennen über die Bühne gehen. Der Landesdirektor eines Sozialversicherungsträgers engagiert sich seit der ersten Stunde für dieses Familienfest, welches alle zwei Jahre den Schwarzbach in ein Spielparadies verwandelt. Gemeinsam mit einem äußerst motivierten Team  klopft er seit Monaten bei Firmen und Kunstschaffenden in der Region an – mit der Bitte, diese Veranstaltung zu unterstützen. „Wir fangen jedes Mal wieder bei Null an“, lacht Pfefferkorn. Denn die Organisatoren sind nicht in einem Verein organisiert, sondern „einfach eine Gruppe von Leuten“, ohne festgefügte Strukturen. Und was vor 18 Jahren als gemütliches Fest gleich großen Anklang fand, hat sich inzwischen zu einem richtigen Event entwickelt, das gut geplant und durchgeführt sein will. „Wir haben darum die Anzahl der Enten auf 1.700 Stück beschränkt“, erklärt Johannes Pfefferkorn. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Menge gut zu bewältigen ist, „mit noch mehr Teilnehmern und Besuchern wären wir überfordert.“ Johannes Pfefferkorn und sein Team legen großen Wert darauf, dass die Ursprungsidee – Familien zusammenzubringen – nicht in einem „Massen-Event“ verloren geht. 

Dass die Entlein aus Plastik gefertigt sind, war ab und an Anlass für Kritik. Das Organisations-Team war deshalb immer wieder auf der Suche nach umweltfreundlicheren Alternativen. „Leider erfolglos“, erklärt Johannes Pfefferkorn. Er lädt jedoch alle dazu ein, einfach nur eine Startnummer zu erstehen und Entlein vom Vorjahr ins Rennen zu schicken.    Damit wäre zumindest die Wiederverwendung gesichert. Der Vorverkauf startet dieser Tage. Bei den Bäckereien Mangold und Stuchly, bei der Apotheke, im Gemeindeamt und auch an der OMV-Tankstelle in Bludesch sind die gelben Wettschwimmer zu erstehen. Restbestände werden am Wettkampftag im Startgelände angeboten.

Mittels Baggerschaufel werden die Entlein am 11. Oktober pünktlich um 14 Uhr in den Schwarzbach gekippt. Damit es spannend bleibt, müssen sie auf der rund 900 Meter langen Strecke vom Ortszentrum bis zum Gelände der Firma Hämmerle Kaffee in Gais verschiedenste Hindernisse umschiffen. „Für die Streckenführung ist die Feuerwehrjugend zuständig“, erklärt Chef-Koordinator Pfefferkorn. 

Er freut sich sehr, dass sich so viele Menschen im Ort einbringen. Gemeinsam konnten so in den letzten 18 Jahren insgesamt rund 90.000 Euro erwirtschaftet und an das „Netz für Kinder“ überwiesen werden. 

„Bei dieser Veranstaltung gibt es nur Gewinner“, 

Johannes Pfefferkorn freut sich bereits wieder auf dieses Fest für die Familien.

ist Johannes Pfefferkorn überzeugt. Denn auch jene, die um sieben Euro ein Entlein erstehen, haben die Chance auf tolle Preise, welche von den Firmen in der Region gesponsert werden. Natürlich hoffen alle, dass sie den Hauptpreis – einen Besuch im Europapark für die ganze Familie – ergattern. Entsprechend inbrünstig werden die Entlein vom Ufer aus angefeuert und beobachtet. Wer keine Sieger-Ente erstanden hat, muss aber auch nicht in Traurigkeit versinken. Denn im Zielgelände sorgen Zauberer Robert Ganahl, ein Kasperltheater, die „Charity Heroes“, eine Hüpfburg und viele andere Attraktionen für Spaß und Stimmung. 

Sämtliche Künstler stellen sich in den Dienst der guten Sache und verzichten auf ihre Gage, außerdem packen viele freiwillige Helfer tatkräftig mit an, um die Familien zu verköstigen und gut zu unterhalten. Unter ihnen tritt auch die Tochter von Johannes Pfefferkorn ihren Dienst an. Die damals Fünfjährige hat bereits beim allerersten Entenrennen vor 18 Jahren ihr Entlein aufwendig dekoriert und vom Ufer aus angefeuert. Diese Freude will sie nun anderen Kindern ermöglichen und dabei Gutes tun. 

„Für uns alle ist es der größte Lohn, die leuchtenden Kinderaugen zu sehen“, freut sich auch ihr Vater trotz der aufwendigen Vorbereitungen. 

9. BLUDESCHER ENTENRENNEN
am Sonntag, 11. Oktober ab 14 Uhr

Wer sein Glück versuchen möchte, kann an den Vorverkaufsstellen im Ort (Bäckerei Mangold, Bäckerei Stuchly, Gemeindeamt, Apotheke, OMV-Tankstelle) um jeweils 7 Euro Entlein erstehen. 

 

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