Bei Führungen durch das Elektromuseum der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz sind neuerdings Gehörschutz und Sicherheitsabstand empfohlen. Wenn die Generatoren und die imposante Teslaspule ihren Betrieb aufnehmen, können Spannungen von bis zu einer Million Volt entstehen, die sich in eindrucksvollen Blitzen und blechernem Sound entladen. Unter dem Motto „Strom sichtbar machen“ wurde die Elektrotechnik-Ausstellung neu konzipiert und mit spektakulären Experimenten ergänzt.
FOTOS: TM-HECHENBERGER
Das Elektromuseum ist das Herzstück der Vorarlberger Museumswelt. Es wurde 1998 eröffnet, weil ein Mitarbeiter der E-Werke Frastanz es einfach nicht übers Herz brachte, die ehrwürdige Turbine, welche die Maschinen in der Textilfabrik an der Samina viele Jahre lang in Gang gehalten hatte, zu entsorgen. Manfred Morscher konnte seine Chefs von der Museums-Idee überzeugen und fand auf Anhieb Menschen, die ihn tatkräftig unterstützten.
Heute besteht die Museumswelt aus insgesamt sieben Museen zu den Themen Tabak, Feuerwehr, Jagd, Blaulichtorganisationen, Foto & Film, Grammophone und eben Elektrotechnik, einem altertümlichen Museumskino und modern ausgestatteten Veranstaltungsräumen. „Einen Plan gab es damals nicht. Das ist einfach so gewachsen“, gibt Manfred Morscher zu. „Wir hätten aber noch Ausstellungsstücke für mindestens zwei weitere Museen.“ Denn immer wieder klopfen Firmen und Private bei den Verantwortlichen der Museumswelt an, wenn die Erben mit Opas Sammlung nichts anzufangen wissen oder alte Gerätschaften neuen Anforderungen weichen sollen. Obwohl die Lager voll sind, werden die Verantwortlichen der Museumswelt dann immer wieder schwach. „Für weitere Museen ist jetzt allerdings wirklich kein Platz mehr“, lacht Manfred Morscher. Auch mache es keinen Sinn, die Ausstellungsräume einfach nur voll zu räumen.

Die Vereinsmitglieder sind sich einig, dass die Museen in der Energiefabrik ansprechend und so gestaltet sein sollen, dass die Besucher sich aktiv mit einem Thema auseinandersetzen können – egal, wie alt sie sind. Jeden Mittwoch treffen sich die Handwerker unter den Ehrenamtlichen, um alte Gerätschaften zu reparieren und so aufzubereiten, dass sie mit Stolz gezeigt und vorgeführt werden können.
Sämtliche Sammlungen können problemlos alleine erkundet werden. Trotzdem ziehen es 95 Prozent der jährlich rund 8.500 Besucher vor, sich von Fachleuten durch die Räume geleiten zu lassen. „Bei uns ist keine Führung gleich wie die andere“, versichert Manfred Morscher. Die Ehrenamtlichen stellen sich ganz auf die Interessen ihres Publikums ein und setzen entsprechende Schwerpunkte. Die Begeisterung für „ihr“ Museum ist ihnen dabei jedoch immer anzumerken.
Neu-Eröffnung am 2. Oktober
In die Umgestaltung des in die Jahre gekommenen Elektromuseums haben die Ehrenamtlichen viele tausend Arbeitsstunden investiert. Umso mehr freuen sich nun alle auf den 2. Oktober, wenn die runderneuerte Ausstellung offiziell eröffnet wird. Auch während der „Langen Nacht der Museen“ am 3. Oktober wird nicht nur die Tesla-Spule, welche vom Klauser Unternehmen b2 electronics gesponsert wurde, mit Lichtblitzen und ohrenbetäubendem Sound für Aufmerksamkeit sorgen. Getreu dem Motto „Strom sichtbar machen“ können die Besucher zudem erleben, wie ein Marx-Generator Hochspannungs-Impulse erzeugt oder ein Blitzableiter ein Gebäude schützt. Von der Decke des neuen Vorführraums werden die großen Physiker, die der Frastanzer Künstler Martin Caldonazzi eindrucksvoll um die Ohm‘sche Formel gruppiert hat, das Geschehen beobachten.
Für die Ehrenamtlichen ist die Arbeit dann nicht getan. In einer Ecke des Elektromuseums stapeln sich noch jede Menge Apparate. Dort soll eine Amateurfunkstation entstehen, von der aus mit der ganzen Welt Kontakt aufgenommen werden kann. Und dann laufen ja auch noch die Vorbereitungen für die Neugestaltung des Blaulichtmuseums…














