Das Brandnertal soll kein Disneyland werden

Vor zehn Jahren, am 16. August 2014, wurde im Brandnertal der erste – und immer noch einzige – Bikepark Vorarlbergs eröffnet. Für Michael Domig, damals Bürgermeister in Brand und seit Jänner Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal, ein Grund zum Feiern. Obwohl Erweiterungspläne noch ihrer Genehmigung harren. „Wir wollen hier kein Disneyland bauen, sondern im eigenen und im Interesse unserer Gäste eine sanfte Erweiterung im Einklang mit der Natur”, stellt Domig klar.

FOTOS:TM-HECHENBERGER, BERGBAHNEN BRANDNERTAL

Die erste halbe Wintersaison hat der neue Chef der Bergbahnen Brandnertal hinter sich gebracht: „In Summe war es ein gutes Ergebnis”, freut sich Michael Domig. Und Mitte Mai ging es mit der Sommersaison los: Der Optimismus ist groß. 

Michael Domig, Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal

„Wir können es uns auf Dauer nicht leisten, zu hundert Prozent von der Wintersaison abhängig zu sein”: Das hatte der damalige Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal, Markus Comploj, vor zehn Jahren bei der Eröffnung des – gegen erheblichen Widerstand „von außen” – errichteten Bikepark postuliert. Das erklärte Familien-Feriengebiet wurde seither  auch anderweitig aufgewertet: Etwa mit verschiedenen Themenwegen (Barfußweg, Tierweltenweg, Natursprüngeweg.) 2020 wurde der Klettergarten Brand um den Bambini-Parcours für Kinder ab vier Jahren erweitert.

Michael Domig ist seinen Vorgängern und den Gesellschaftern der Bergbahnen Brandnertal für ihr Engagement und den zur Umsetzung der Ideen oft erforderlichen „langen Atem” dankbar. Der Bikepark, die Themenwege und viele andere Bemühungen führten in den vergangenen Jahren zu einer sehr positiven Entwicklung der Sommersaison. 

„Im Brandnertal gibt es außerhalb des Tourismus praktisch keine Erwerbsmöglichkeit”, betont Michael Domig. Ausnahmen sind einige kleine Handwerksbetriebe, die aber wiederum selbst großteils von den Aufträgen durch Gastronomie und Hotellerie leben. 

Als gelernter Installateur und Inhaber eines Installationsbetriebes weiß Domig, wovon er spricht: „Nach schlechten Wintern war die Auftragslage immer kritisch”, erinnert er sich. Der umtriebige Unternehmer stellte sich 2013, nach dem Abgang von Langzeit-Bürgermeister Erich Schedler, als dessen Nachfolger zur Verfügung. Bei der Wahl 2015 wurde er von den Brandnern mit mehr als 83 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt.

„Viele, die mich anfangs mit Skepsis beobachtet hatten, habe ich offensichtlich überzeugen können. Das Ergebnis hat mich deswegen sehr gefreut und bestärkt”, erinnert sich Domig, der dieses Amt nach acht aufregenden und – neben dem Unternehmerdasein – aufreibenden Jahren zur Verfügung stellte. „Als Bürgermeister kannst du es nicht allen recht machen. Man muss daher viel Überzeugungsarbeit leisten und hartnäckig dranbleiben, bis Dinge umgesetzt werden können”. Genau diese in acht Jahren als Gemeindeoberhaupt bewiesenen Fähigkeiten will er jetzt auch als Geschäftsführer der Brandnertaler Bergbahnen einsetzen: Es gibt nämlich einige Pläne, deren Umsetzung dem Neo-Geschäftsführer noch viel Energie abverlangen wird.

„Dabei wollte ich mich eigentlich auf Energieberatung konzentrieren und habe auch schon die Ausbildung dazu gemacht”, lächelt Domig. Vielleicht kommt ihm aber auch diese Ausbildung zugute: An der Bergstation der Gulmabahn in Brand werden derzeit Windmessungen durchgeführt. Es scheint ein vielversprechender Standort für ein Windkraftwerk zu sein. „Das wäre doch super”, meint Domig. Wissend, dass diese Idee selbst bei optimalen Messergebnissen nur mit viel Durchhaltevermögen umzusetzen wäre…

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