Metall in jeder Form

Mit tonnenschweren Spezial-Maschinen, Computertechnik und stärksten Laserstrahlen werden bei „Fritz” in Bludenz  dünne Bleche und härteste Stahllegierungen wie Butter geschnitten, gestanzt, abgekantet und in fast jede gewünschte Form gebracht.

FOTOS: TM-HECHENBERGER, CHRISTIAN KEISER

Erfolgreich abgeschlossen hat die Firma Fritz Metallverarbeitung den Umzug von Nüziders in das Stammhaus nach Bludenz-Brunnenfeld. 

Das Herzstück in der neuen Halle ist ein Laser der Marke Trumpf. Er arbeitet mit gebündeltem Licht von extremer Stärke. Ein Vergleich: Handelsübliche Laserpointer dürfen in den meisten Staaten der Welt aus Sicherheitsgründen nur mit einem Milliwatt, also einem Tausendstel Watt Leistung arbeiten. Der Trumpf-Laser hat eine Leistung von 6 kW: Das ist das Sechs-Millionen-Fache des Laserpointers. Der Laserstrahl kann damit Stahl von bis zu 30 Millimeter Stärke durchschneiden. Von dieser Lasermaschine gibt es in Österreich nur zwei Exemplare. 

Zur Verfügung stehen in der neuen Halle auch Spezialpressen, die mit bis zu 330 Tonnen Druck arbeiten, Abkantmaschinen, die acht Meter lange und bis zu 20 mm dicke Bleche in Form bringen oder Stanzroboter, die blitzschnell und hochpräzise jedes Blech „durchlöchern”.

Laser – durch dick und dünn

„Wir können damit praktisch alle Kundenwünsche erfüllen”, versichert Christian Keiser, und zeigt ein paar Beispiele: Aus einer Stahlplatte herausgearbeitete Hirschkonturen, mit der ein Kunde seinen Garten verzierte. Formteile für Baggerschaufeln, die aus einem extrem harten Spezialstahl gelasert werden.

Derselbe Laser bearbeitet auch hauchzarte Aluminiumbleche nach eigenen Entwürfen. Sie werden heuer als ganz besondere Weihnachtskarten an gute Kunden und ausgewählte Adressaten verschickt.

Man sieht Christian Keiser die Freude an der Vielfalt der Produkte und Bearbeitungsmethoden an. Als Poly-Schnupperer hatte er die Bludenzer Firma Fritz vor 13 Jahren kennengelernt. Oder präziser formuliert: Die beiden Firmen Fritz.

Da gibt es die Spenglerei Fritz, die 1932 gegründet worden ist und seit 2005 in dritter Generation von Christian Fritz und Wolfgang Tschernitz geführt wird. Und die „Fritz Metallverarbeitung GmbH”, die 2007 in einer damals eigens angekauften Halle in Nüziders maßgeblich von Rudi Tschernitz aufgebaut worden ist.

Als Schnupperer schwer beeindruckt

Poly-Schüler Christian Keiser war schwer beeindruckt und bewarb sich erfolgreich für eine Spengler-Lehrstelle. 2016 schloss er die Ausbildung mit der Meisterprüfung ab. 

Christian Keiser und Chef Rudi Tschernitz.

Schon während seiner Zeit in der Spenglerei hat er sich gerne dem „schweren Gerät” in der Metallverarbeitung gewidmet. Dort wurden unter anderem auch besonders verschleißarme Baggerschaufel-Elemente hergestellt. Mit den Jahren wurden immer mehr Produkte und Dienstleistungen angefragt und in das „Sortiment” der Fritz-Metallverarbeitung aufgenommen. Viele Produkte wurden auch direkt von der Spenglerei angefragt bzw. dort endverarbeitet.

Mit dem Bau der neuen Halle auf dem Betriebsgelände in Brunnenfeld konnten somit einige Wege zwischen Spenglerei und Metallbau eingespart werden – das Nebeneinander der beiden Sparten bringt täglich auch positive Synergieeffekte. Christian Keiser und seine Kollegen in beiden Firmen – die allermeisten haben hier auch ihre Lehre absolviert – schätzen die Abwechslung und  die gute Zusammenarbeit.

Und natürlich freuen sich alle schon auf die heurige Weihnachtskarte…