Trotz Müll und Hitze – Satteinser Rastplatz-Baustelle im Zeitplan
Seit dem Baustart am 2. März des Jahres geht es auf der ASFINAG-Baustelle in Satteins rund. 25 bis 30 Männer sind täglich am Werk, um hier in einem knappen Jahr Bauzeit den ersten Autobahn-Rastplatz in Vorarlberg zu errichten. Trotz der „Affenhitze“ befindet man sich im Zeitplan für die Eröffnung im März nächsten Jahres. Als Bauleiterin hat die 31-jährige Tirolerin DI Katharina Breuß alle(s) im Griff.
FOTOS: TM-HECHENBERGER
Das Baugelände umfasst rund 20.000 Quadratmeter. Durch Voruntersuchungen war der ASFINAG bekannt, dass sich dort auch Reste einer alten Hausmülldeponie befanden. Schon bald nach Beginn der Aushubarbeiten wurden die ersten Relikte längst verbotener – bis in die 80er-Jahre aber durchaus üblicher Entsorgungspraktiken – zutage gefördert. Die letztlich ausgehobene Menge überraschte aber dann doch: In Summe waren es 10.600 Tonnen Altstoffe, die auf über 450 LKW verladen und zur Entsorgung gebracht wurden.
„Für uns war natürlich gleich klar, dass wir die Altstoffe vorschriftsmäßig und auf eigene Kosten entsorgen müssen“, erläutert Katharina Breuß: Ähnliche Überraschungen hat es in der Vergangenheit auch auf anderen Baustellen der Asfinag in Österreich schon gegeben und auch dort wurde „ordentlich aufgeräumt“. Die Kosten dafür hielten sich – in Relation zu den Gesamtkosten des Bauwerks von rund 13 Millionen Euro – in Grenzen: Letztlich war es nämlich fast „nur“ Hausmüll, wie er früher überall in Vorarlberg wild abgelagert wurde. Das war bis zum Jahr 1989 auch mehr oder weniger legal. (Siehe Factbox am Ende)
Die gesamten Aushubarbeiten waren allerdings erst im Juli erledigt. Neben dem Hausmüll wurde nämlich der Kiesgrund großzügig ausgebaggert und in der Folge verdichtet. Somit kann gewährleistet werden, dass der Baugrund langfristig stabil bleibt. Die Belastungen sind dort nämlich nicht unerheblich. Am künftigen „Rastplatz Walgau Süd“ in Satteins werden 23 Autoparkplätze, eine Multifunktionsspur für Busse und Caravan-Gespanne sowie 39 Stellplätze für LKW und Sattelzüge (mit bis zu 42 Tonnen Gesamtgewicht) errichtet. Es handelt sich dann um den größten LKW-Rastplatz an der A14.

–DI Katharina Breuß, Projektleiterin der ASINAG
Am Rastplatz „Walgau Süd“ in Satteins werden die Fernfahrer auch ordentliche Duschen zur Verfügung haben – wie es sie auf der Autobahn im Ländle bis dato und erst seit dem Vorjahr nur am neuen Parkplatz in Dornbirn gibt. Die derzeitige Situation stellt sich ja speziell im Walgau eher beschämend dar. „Außer beim Parkplatz in Nüziders handelt es sich um uralte Einrichtungen, die wirklich nicht mehr zeitgemäß sind“, bestätigt Bauleiterin Katharina Breuß: „Die Asfinag Rast- und Parkplätze der neuen Bauart, wie wir sie ja von Fahrten Richtung Wien kennen, können sich aber auch im internationalen Vergleich sehen lassen“, ist sie überzeugt.
Und natürlich wird „ihr“ Bauwerk ein ganz besonderer Rastplatz werden: Neben sauberen Sanitäranlagen und Gratis-Trinkwasser werden dort über Automaten auch kalte und warme Getränke sowie diverse Snacks bereitstehen. Dazu feine Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten für Kinder. Ausgerüstet ist der künftige Rastplatz Walgau Süd dann auch mit Gratis WLAN und künftig auch mit Tankstellen für Elektrofahrzeuge: Die dazu im Untergrund bereits verlegten Stromleitungen haben genug „Saft“, sodass hier dem künftigen Bedarf gemäß genügend E-Tanksäulen installiert werden können.
Mit der Eröffnung der neuen Raststation im kommenden Frühjahr gehören die beiden Parkplätze „47“ in Schlins mit ihren unwürdigen Toiletteneinrichtungen der Vergangenheit an. Jener in Fahrtrichtung Bludenz wird abgerissen und zurückgebaut. Und der ähnlich schäbige gegenüberliegende „P47“ wird im kommenden Jahr zur Großbaustelle: Hier soll dann ab 2028 ein zum Rastplatz Walgau Süd baugleicher weiterer „Luxus-Rastplatz“ entstehen. Gut möglich, dass auch auf dieser Baustelle wieder der in Dornbirn verheirateten Tirolerin DI Katharina Breuß die Bauleitung anvertraut wird. Ziemlich sicher sogar, wenn alles wie bisher wie am Schnürchen weiterläuft. Trotz unerwarteter „Bodenschätze“ und Rekordtemperaturen.
ILLEGALE MÜLLABLAGERUNGEN
Die Ablagerung von Abfällen in Gruben oder auf Halden war vor 1989 in ganz Österreich eine gängige Entsorgungsmethode. Zumeist wurden dabei keine Vorkehrungen zum Schutz der Umwelt getroffen. In den 1960er- und 1970er-Jahren stiegen die Abfallmengen und der Anteil gefährlicherer Abfälle deutlich an. Immer häufiger wurden damals Verunreinigungen des Grundwassers im Bereich dieser Ablagerungen festgestellt. Seit 1989 sind solche unkontrollierten Müllplätze verboten. Mit dem „Altlastensanierungsgesetz“ wurde gleichzeitig die langfristige Sanierung der Altlasten und deren Finanzierung geregelt. In Vorarlberg wurden bis zum heurigen Jahresanfang 1.404 von insgesamt 2.580 bekannten Altstandorten und Ablagerungen untersucht und beurteilt. Bis dato wurden darunter acht „brisante“ Altlasten gefunden: Zwei mussten dekontaminiert bzw. saniert werden, die anderen sechs stehen unter permanenter Kontrolle.














