Schon als Lehrling bei Liebherr hatte Thomas Schöpf im Kopf, einmal seine eigene Firma zu gründen. Dass er damit nach seiner Meisterprüfung als Maschinenschlosser noch „zugewartet“ hat und jeweils einige Jahre bei verschiedenen Firmen weitere Erfahrungen sammeln konnte, erwies sich rückblickend als goldrichtig. Mit 35 Jahren war er aber endgültig „reif“ für den Schritt in die Selbstständigkeit.
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„Wir haben bei uns im Walgau eine unglaubliche Vielzahl von kleineren und großen Betrieben, die international erfolgreich sind“, betont Schöpf, der in mehreren dieser Firmen jahrelang in unterschiedlichen Bereichen und Positionen mitgewirkt hat. Mit den dort erworbenen Kenntnissen hat er sich eine solide Basis erarbeitet, um selber erfolgreich zu sein. „Diese Chance steht hierzulande allen offen, die bereit sind, sich dafür entsprechend zu engagieren“, ist er überzeugt.
Seine Selbstständigkeit startete er 2002 in einem 400 Quadratmeter großen Raum im ersten Stock des damals von den Gemeinden Bludesch und Thüringen betriebenen Gewerbeparks Blumenegg. „Wir waren zu viert“, erinnert sich Thomas Schöpf. Bei der technischen Ausstattung legte er von Anfang an Wert auf Qualität: Mit seiner Drehbank, einer 3D-CNC Messmaschine und einer CNC Fräs- und Drehmaschine des japanischen Herstellers Okuma, die damals in der Branche als das Non Plus Ultra der Metallverarbeitungsmaschinen galt.
„Mit den Investitionen allein für diese drei Topmaschinen hätte ich damals mehrere Einfamilienhäuser kaufen können“, erklärt Schöpf. Die meisterhafte Beherrschung dieser Maschinen, technisches Verständnis und die Bereitschaft zum vollen Einsatz führten schon bei den ersten Aufträgen zu rundum positivem Echo. Dass die Arbeiten in höchster Präzision durchgeführt und immer termingerecht geliefert werden, war für das Schöpf-Team schon damals Ehrensache. Die Bludescher Techniktüftler waren für die Auftraggeber aber mehr als reine Lohnfertiger, die ein Stück Metall nach exakten Vorgaben bearbeiteten.
Kosteneinsparungen bei bester Qualität
„Ich wollte immer verstehen, welche Funktion die gewünschten Bauteile genau zu erfüllen haben“, erläutert Thomas Schöpf. Mit diesem Verständnis war es dann oft möglich, den Kunden Vorschläge zu machen, wie Bauteile oder auch ganze Baugruppen zum Beispiel durch andere Formgebung oder Materialwahl effizienter und kostengünstiger produziert werden können. „Kosteneinsparungen sind natürlich immer willkommen, sie dürfen aber nie zu Lasten der Qualität gehen“, stellt Thomas Schöpf klar: Bis heute kommt es für ihn deswegen nicht in Frage, mit Basismaterial oder gar ganzen Bauelementen aus Billiglohnländern zu arbeiten. Die Kunden schätzen diesen Fokus auf Präzision, Qualität möglichst aus der Region und den „schöpferischen“ technischen Input. Und bis heute hat noch niemand die Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen bereut.
Mit der Schöpf Fertigungstechnik ging es steil bergauf. Sechs Jahre nach der Gründung beschäftigte Thomas Schöpf bereits 16 Mitarbeiter, weitere sechs Jahre später waren es – inklusive der innerbetrieblich kontinuierlich ausgebildeten Lehrlinge – 32. Parallel dazu wuchs auch der Maschinenpark. Praktisch jedes Jahr wurde mindestens eine Neuanschaffung getätigt – wobei die Kosten für diese jeweils besten verfügbaren Maschinen von mehreren hunderttausend bis weit über eine Million Euro reichen…
Der Maschinenpark umfasst inzwischen 17 topmoderne CNC Drehmaschinen und Fräszentren, CNC Langdreher uns zwei 3D-CNC Messmaschinen. Bedient werden sie von derzeit 32 bestens dafür qualifizierten MitarbeiterInnen. Allerfeinste Technik kommt zudem bei der Oberflächenveredelung zum Einsatz: Ein Bereich, den man seit der Firmengründung ebenfalls – den Kundenbedürfnissen entsprechend – erweiterte: Beschichten, Härten, Vernickeln, Eloxieren oder Laserbeschriftungen – (fast) alles ist möglich. Sehr viel Knowhow und Technik gehören auch dazu, wenn Bauteile etwa den Erfordernissen der „ISO-Norm 13485“ für die Herstellung von Medizinprodukten entsprechend gereinigt werden müssen: Schöpf Fertigungstechnik kann diese maximale Reinheit der Endprodukte bieten. Viele Kunden aus den Bereichen Vakuumtechnik, Dentaltechnik, Labor- oder Steuerungstechnik brauchen dieses perfekte Teilefinish.
Die permanent betriebene Erweiterung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios erforderte auch mehr Platz. In den ersten Jahren wurden immer wieder leerstehende Räume zugemietet. Im Jahr 2015 kaufte Schöpf drei der insgesamt vier Hallen des ursprünglichen Gewerbeparks der Gemeinden Thüringen und Bludesch. Auf dem seither als „Schöpf Areal“ bezeichneten 3.500 Quadratmeter großen Betriebsgelände kann die Schöpf Fertigungstechnik GmbH auch in Zukunft am bestehenden Standort weiter wachsen. Der Kauf der Hallen war für den Unternehmer und Firmengründer ein besonders wichtiger Meilenstein. Zumal er darauf hoffen durfte, dass seine Söhne das Lebenswerk ihres Vaters einmal weiterführen.
Der heute 24-jährige Leonard hat nach der Lehre bei Hilti seinen Meister im Familienbetrieb gemacht und ist bereits seit zwei Jahren hier angestellt. Und Johannes (27) begann nach der Matura an der HTL für Wirtschaftsingenieurwesen in Dornbirn ein Wirtschaftsstudium, das er dieser Tage mit dem Master abschließen wird. Noch heuer wird er ebenfalls „einsteigen“. 25 Jahre nach der Gründung seiner kleinen Werkstatt kann Thomas Schöpf also im kommenden Jahr zur Feier der „Silbernen“ in ein erfolgreiches Familienunternehmen laden…













